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3. Feb. 2010

Mit einem Paukenschlag der Bayern begann die Saison 1986/1987 im Münchner Olympiastadion. Knapp 60 Sekunden waren gegen den BVB absolviert, da traf Lothar Matthäus erst den Pfosten, dann die Latte, ehe Roland Wohlfarth den zweiten Abpraller zum 1:0 verwertete. Trotzdem die Partie nur 2:2 endete, zeigten sich die Münchner von ihrem Blitzstart in die Spielzeit beflügelt: Dem HSV und Gladbach bliesen sie in der Folge unterm Zeltdach jeweils mit 3:1 den Marsch und führten in der Liga bald den Taktstock. In den ersten Runden des Europapokals begleitete sie ebenfalls die Melodie des Erfolges.

Am 1.November jedoch klangen ihnen die Ohren: Leverkusens “One Hit Wonder” Christian Hausmann dröhnte durchs olympische Rund, Bayer siegte 3:0. Schnell fand das Bayern-Orchester nach dieser Störung aber wieder die richtigen Töne und ging punktgleich mit Spitzenreiter Hamburg in die Winterpause. Da nahm Manager Uli Hoeneß den Verlust der “zweiten Geige” DFB Pokal (0:3 in Düsseldorf) nicht weiter tragisch: “Im Europacup und Meisterschaft sind wir ja voll dabei!”

Diese Ziele im Blick, kehrten die Münchner aus dem Winterurlaub ins Olympiastadion zurück und lieferten ihren Fans unvergessene Highlights. Erst ein 5:0 gegen Anderlecht, dann ein 4:0 gegen den Club und am 8.April 1987 die Gala gegen Real. Die Königlichen kreuzten im Halbfinale des Landesmeistercups unterm Zeltdach auf – und kassierten eine legendäre Abreibung. Nach 37 Minuten hieß es 3:0, mit einer 1:4 Packung traten die Madrilenen die Heimreise an. Über 75.000 Zuschauer bejubelten ihre Bayern und wunderten sich aber über hitzköpfige Spanier, die ihre Niederlage noch mit zwei Platzverweisen “schmückten”.

Nachdem der FCB trotz roter Karte gegen Klaus Augenthaler auch den Hexenkessel “Bernabeu” überstanden hatte, griffen Latteks Mannen nach dem begehrten Henkeltopf. Die Krönung sollte im Wiener Finale erfolgen. Bis zu 78.Minute lief dank “Wiggerl” Kögls 1:0 alles nach Plan, ehe Madjer per Hacke und Juary das Spiel zu Gunsten des FC Porto drehten. “Darüber ärgere ich mich heute noch schwarz”, saß dieser Stachel bei Lattek auch Jahre später noch tief. Die im Anschluss gesicherte zehnte Meisterschaft konnte die Münchner ebenso wenig trösten wie die fast makellose Bilanz der Saison: nunmehr alleiniger Rekordmeister, bei nur einer Niederlage in der Bundesliga auswärts ungeschlagen, in 46 Pflichtspielen ganze vier Pleiten – aber eben leider eine entscheidende am 27.Mai in Wien. Am 08.August füllten wieder die Bayern Fans das weite Rund des Olympiastadions. Das erste Heimspiel unter dem neuen Coach Jupp Heynckes stand an und der FC Bayern fegte den HSV vor 63.000 Zuschauern 6:0 vom Platz. 18 Tage darauf sahen sogar knapp 78.000 Zuschauer einen 1:0 Erfolg gegen den 1.FCN. Fortan begeisterten die Münchner ihr Publikum im Olympiastadion wieder mit bester Offensivkunst, wie etwa beim 8:1 gegen Schalke. Leider waren ihre Leistungen zu schwankend, so dass Titelverteidiger FC Bayern trotz 83 erzielter Tore die Schale den Bremern überlassen musste.

Beispielhaft für die fehlende Konstanz war das Viertelfinal-Hinspiel im Europacup der Landesmeister. Erneut ging´s gegen Real, erneut stand es 3:0 und 72.000 machten sich wie ein Jahr zuvor auf, ein Fussballfest zu feiern. Zwei Abwehrfehler bereiteten der Hochstimmung jedoch ein jähes Ende. Butragueno und Co. verkürzten kurz vor Schluss auf 2:3 und warfen die Bayern in Madrid mit 0:2 aus dem Wettbewerb. Ebenfalls in der Runde der letzten Acht endete für die Münchner der DFB Pokal und damit zogen die Bayern ohne Titel von dannen.


30. Dez. 2009

Nach 7:1 Sieg gegen die Löwen – Start in die Saison der Rekorde

Während Fussball-Deutschland in erster Linie über den Bundesliga-Skandal diskutiert, in dem Spieler und Vereine im Abstiegskampf der vergangenen Saison Spiele manipuliert hatten, startet der FC Bayern, als einer der Vereine mit “weißer Weste” mit großen Ambitionen in die Spielzeit 1971/72, welche die letzte im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße war. Im Sommer 1972 soll der Umzug ins neue Olympiastadion erfolgen.

Vor allem die am letzten Spieltag an Borussia Mönchengladbach verlorene Meisterschaft wollen die Mannen von Trainer Udo Lattek, dem es in dieser Saison gelang die Nachwuchsspieler Uli Hoeneß, Paul Breitner, Willi Hoffmann und Edgar Schneider in die Mannschaft zu integrieren, wieder an die Isar holen. Gegen die Verteidigung des DFB-Pokals, der in dieser Saison erstmalig mit Hin-und Rückspiel ausgetragen wurde, hätte man natürlich auch nichts einzuwenden.

Die Vorbereitung bestreitet unser Team diesmal mit einem wahren Spiele-Marathon. Gleich am ersten Trainingstag nach der Sommerpause treten Beckenbauer & Co. beim FC Garmisch an. Bis zum 10.August gibt es fast jeden Tag ein Freundschaftsspiel, insgesamt 16 Partien! Höhepunkt der Vorbereitung ist sicher das Derby gegen den damaligen Regionalligisten TSV 1859 München. 36.000 Zuschauer sehen eine hochüberlegene Mannschaft in Rot, die nach dem 0:1 Rückstand aufwacht und den Gegner nach Belieben dominiert. Der 7:1 Erfolg bedeutet den höchsten Derbysieg nach dem Krieg. Nach der ungewöhnlichen Vorbereitung kommt unsere Mannschaft zunächst nur zögerlich in Tritt. Am ersten Spieltag kann Franz Krauthausen die Führung von Aufsteiger Fortuna Düsseldorf noch vor der Pause ausgleichen. Bei Temperaturen von 35 Grad Celsius im Grünwalder Stadion schießen Breitner und Beckenbauer den standesgemäßen 3:1 Erfolg heraus.

Am zweiten Spieltag erwartet der Vorjahresdritte Hertha BSC mit 73.000 Fans im Berliner Olympiastadion den Vizemeister. Uli Hoeneß und Gerd Müller können die zweimalige Führung der Berliner jeweils ausgleichen, so dass ein Punkt beim FC Bayern bleibt. Auch im zweiten Heimspiel der Saison gegen Eintracht Braunschweig geht der Gast zunächst in Führung. Unsere Mannschaft, die unter der Woche noch an einem Turnier in Barcelona teilgenommen hat, kann das Spiel jedoch wieder drehen. Nach dem postwendenen Ausgleich von Johnny Hansen, erzielen Rainer Zobel und zweimal Beckenbauer in der letzten Viertelstunde die Treffer zum 4:1 Erfolg.

Drei Tage später im Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Oberhausen ist es wiederum ein später Treffer, der den “Rothosen” einen Punkt bringt. Johnny Hansen trifft in der 82.Minute zum 1:1. Obwohl in den ersten vier Partien spielerisch noch nicht alles nach Wunsch, zeigt die Mannschaft Moral und kämpferische Fähigkeiten; und obwohl insgesamt fünfmal in Rückstand geraten, verliert sie kein Spiel und holt 6:2 Punkte, was den zweiten Tabellenplatz hinter Schalke bedeutet.

Am fünften Spieltag kommt es dann vor 40.000 Zuschauern an der Grünwalder Staße zum Topmatch gegen den Meister Mönchengladbach. Haben die Niederrheiner in der letzten Saison unserer Elf am letzten Spieltag noch den Titel vor der Nase weggeschnappt, lässt sie diesmal keine Zweifel an der neuen Hackordnung in Deutschland aufkommen. Ab der ersten Minute setzt die Elf um den überragenden Mittelfeld-Motor “Bulle” Roth die Borussen unter Druck. Die Tore von Roth und Hoeneß in der ersten halben Stunde sind letztendlich die logische Folge dieser Überlegenheit. Obwohl die Bayern weiterhin das Spiel bestimmen, fallen keine weiteren Tore mehr. Brenzlig fürs Bayern-Tor wird es noch einmal als Gerd Müller (!) auf der Torlinie klären muss.

Beflügelt von diesem Erfolg kann die Elf um Franz Beckenbauer auch den Betzenberg erklimmen. Unser Kapitän bestreitet sein 200.Bundesligaspiel an seinem 26.Geburtstag. Rainer Zobel und Gerd Müller schenkten ihm jeweils ein Tor beim 2:0 Erfolg. Der FC Bayern bleibt punktgleich mit Tabellenführer Schalke 05 auf dem zweiten Tabellenplatz.


21. Dez. 2009

Meister im Pokal-Finale 1:2 gegen Uerdingen / Everton im Europacup zu stark

Von wegen Aufbau- oder Übergangsjahr! Nahezu alle Neuverpflichtungen zu Beginn der Saison 1984/85 erwiesen sich als Volltreffer und verstärkten den Kader des FC Bayern nachhaltig. Als Herbstmeister konnte nicht nur die Rückrunde der Bundesliga mit Volldampf in Angriff genommen, sondern mit den anstehenden Viertelfinal-Spielen im DFB Pokal und im Europapokal der Pokalsieger sogar noch weitergehende Ambitionen unterstrichen werden.

Mit der Teilnahme an drei Hallentunieren sowie fünf weiteren Freundschaftsspielen (u.a. in Casablanca) ging es 1985 gut gerüstet in die Rückrunde, die mit einem ersten kleinen Dämpfer in der Bundesliga begann. Gegen Arminia Bielefeld reichte es nur zu einem 3:3 im Olympiastadion. Beim anschließenden Spiel in Bremen setzte es gar eine 2:4 Niederlage. Zwar kam es danach zu einem knappen Heimerfolg über Bayer 05 Uerdingen, doch dieses kleine Hoch war auch schon im Westfalenstadion zu Ende, als gegen Borussia Dortmund, die gegen den Abstieg spielte, nur 1:1 gespielt wurde. Was war los? Waren die Erwartungen nach der überraschend guten Hinrunde vielleicht doch zu groß? Immerhin konnte die Tabellenspitze nach wie vor behauptet werden.

Im Europapokal wartete mit dem AS Rom nun ein echter Kracher, bei dem sich die Bayern im Hinspiel durch einen 2:0 Sieg eine hervorragende Ausgangssituation für das Rückspiel auf italenischem Boden holten. Doch auch im Olympiastadion zu Rom setzte sich der deutsche Pokalvertreter mit einem Sieg durch. 2:1 lautete das Auswärts-Ergebnis, zu dem insbesondere Ludwig Kögl nach seinen jeweiligen Einwechslungen immer wieder mit gefährlichen Dribblings ganz erheblich beigetragen hatte. Ihm blieb es vorbehalten, seine famose Leistung mit einem Siegtreffer zu krönen.

Dermaßen beflügelt wurde auch die Hürde im nationalen Pokal souverän genommen. Im Ulrich-Haberland-Stadion zu Leverkusen setzte sich der Titelverteidiger ohne große Mühe mit 3:1 gegen Bayer 04 durch. Prompt lief es auch in der Liga wieder besser. Zu den teilweise auch torreichen Erfolgen über Köln, Stuttgart, Düsseldorf und Schalke gesellten sich auswärts auch Unentschieden in Mannheim und Frankfurt. EIne gute Punkteausbeute im März des Jahres 1985, die für eine breite Brust bei den zukünftigen Aufgaben in den beiden Pokalwettbewerben sorgen würde – so dachte man.

Doch die Mannschaft tat sich schwer. Im Halbfinale des DFB-Pokals kam es mit Borussia Mönchengladbach, immerhin aktueller Tabellendritter der Liga, zur Neuauflage des letzten Endspiels. Als es in München nach 90 Minuten immer noch 0:0 stand, erlebten immerhin 52.000 Zuschauer ein Novum: Im 25.DFB-Pokalspiel des FC Bayern im Olympiastadion ging es erstmals in die Verlängerung. In dieser sorgte ein Elfmeter der Marke “musste-man-nicht-geben” für die Entscheidung. Sören Lerby verwandelte sicher. Glück gehabt!

Nach dem Hinspiel der Europapokal-Halbfinalbegegnung gegen den FC Everton machte sich allerdings Ernüchterung breit. Die starken Engländer ertrotzen sich im Olympiastadion ein 0:0. Im Rückspiel hätte der FC Bayern gegen den kleineren der beiden Liverpooler Klubs beinahe für eine echte Überraschung gesorgt, denn Dieter Hoeneß sorgte mit seinem Treffer für die 1:0 Pausenführung. Doch die Engländer fingen sich relativ rasch, antworteten mit zwei Toren zur eigenen Führung und ließen kurz vor Schluss noch das 3:1 folgen. Ein echtes Ärgernis, denn nach Liverpool FC, Aberdeen, Aston Villa und Tottenham war der FCB damit bereits nun schon zum fünften Mal in Folge an einer britischen Mannschaft gescheitert. Everton setzte sich übrigens im Endspiel gegen Rapid Wien durch und gewann seinen bis heute einzigen europäischen Titel.

Zurück in die Bundesliga. Dort kassierte die Mannschaft in Hamburg ihre zweite Rückrunden-Niederlage. Da jedoch ein Spieltag später die “Elf vom Niederrhein” erneut, und zwar diesmal deutlich, mit 4:0 im Olympiastadion besiegt werden konnte, war die Truppe von Udo Lattek wieder auf Kurs. Nach einem Auswärtspunkt in Bochum und zwei doppelten Punktgewinnen über Leverkusen und Karlsruhe, steuerte das Team zielgerichtet dem möglichen zweiten Double der Vereinsgeschichte nach 1969 entgegen.

Das daraus nichts wurde, ist eine der überraschendsten Endspiel-Entscheidungen des DFB-Pokals. Der DFB hatte sich zuvor, nachdem das Finale jährlich wechselnd irgendwo in der Republik – aber meist in Frankfurt – stattfand, erstmalig dazu entschlossen, sich auf einen dauerhaften Endspielort festzulegen. Hierfür wurde die geteilte Stadt Berlin auserkoren. Eine sehr gute Idee, bis sich dafür eines Tages mal die Profis der Hertha qualifizieren sollten…

Für die Bayern ging die Premiere daneben. Gegen den vermeintlichen Underdog, Bayer 05 Uerdingen, sorgte zwar Hoeneß schnell für die erwartete Führung, doch die Kicker des Chemie-Riesen sorgten postwendend für den Ausgleich. Als Wolfgang Dremmler unmittelbar zu Beginn der zweiten Halbzeit die Rote Karte kassierte, verlor die Mannschaft die Linie und durch ein weiteres Tor der Bayer-Elf schließlich sogar das Spiel. Aber nicht nur das. In seiner achten Endspiel-Teilnahme im DFB Pokal zog der FC Bayern erstmals den Kürzern. Den beeindruckenden Nimbus eines ungeschlagenen Finalisten war der FCB, nach 1982 gegen Aston Villa, nun auch national los. Schade.

Jetzt aber galt alle Konzentration der Meisterschaft, in der noch zwei Spieltage zu absolvieren waren. Mit einem glatten 3:0 Heimsieg über Kaiserslautern schuf man sich eine vorentscheidende Ausgangsposition für den letzten Spieltag in Braunschweig, wo ein Unentschieden gereicht hätte. Der einzig verbliebene Konkurrent um den Titel war Werder Bremen. Die Hanseaten traten allerdings zeitgleich bei Borussia Dortmund an, denen immernoch der Abstieg drohte. Davon befreiten sie sich jedoch mit einem 2:0 über den SVW, so dass der 1:0 Sieg durch den Treffer von Dieter Hoeneß in Braunschweig nur noch das Sahnehäubchen auf einer turbulenten Saison darstellte, die mit der achten Meisterschaft gekrönt wurde.


16. Okt. 2009

…innerhalb von nur sieben Tagen! Doch in der Meisterschaft strebt das Lattek-Team 1972 dem Titel entgegen.

Der Zweikampf um die Deutsche Meisterschaft 1972 zwischen dem FC Bayern München und Schalke 04 geht im Frühjahr in die entscheidende Phase. Durch einen Treffer von Gerd Müller gewinnen die Bayern am 24.Bundesligaspieltag auf der Bielefelder Alm 1:0. Zeitgleich verliert Schalke 04 im Weserstadion bei Werder Bremen. So fehlt zum Wechsel an der Tabellenspitze noch ein einziger Punkt. Die hervorragende Form des FC Bayern hält in den nächsten März- und Aprilwochen an. Mit einem 5:1 gegen Bochum, einem 4:1 in Stuttgart, einem 6:2 über Werder Bremen und schließlich einem 3:1 gegen Hannover zeigt das Team von Udo Lattek eine beeindruckende Konstanz. Allein acht der achtzehn Treffer erzielte der “Bomber der Nation”, Gerd Müller. Da der Meisterschaftskonkurrent aus dem Ruhrgebiet bis auf ein Gastspiel bei Hertha auch alle Spiele gewinnt, können sich die Rothosen trotz sechs Bundesligasiegen in Serie im Kampf um die Deutsche Meisterschaft nicht absetzen.

Aber nicht nur in der Meisterschaft sorgen die Bayern für mächtig Wirbel, auch im Europapokal der Pokalsieger ist das Team um Kapitän Franz Beckenbauer noch im Wettbewerb. Im Rückspiel vom Viertelfinale gastiert das Team von Steaua Bukarest im Stadion an der Grünwalder Straße. Vor 40.000 Zuschauern reicht nach dem 1:1 im Hinspiel ein torloses Remis um in das Halbfinale einzuziehen. Der geniale Freistoßtrick vom Hinspiel zwischen Beckenbauer und Müller ebnet den Weg.

Mit den Rangers aus Glasgow bekommen die Bayern dann einen alten Bekannten zugelost. Leider verlässt den FCB das Glück vor dem möglichen Finaleinzug. Erst unterläuft Rainer Zobel im Heimspeil ein Eigentor zum 1:1 Ausgleich und dann geraten die Bayern schon nach 45 Sekunden durch Jardine beim Rückspiel im Ibrox Park in Rückstand. Udo Lattek mahnte seine Schützlinge zuvor: “Wir müssten den ersten Ansturm überstehen und dann versuchen, das erste Tor zu schießen”. Es bleibt beim Versuch. Zu allem Unglück muss Paul Breitner nach 29 Minuten verletzt ausscheiden und auch Franz Beckenbauer humpelt sich angeschlagen durch den zweiten Spielabschnitt. So bleibt es nach der 0:2 Niederlage beim Traum vom zweiten Triumph im Pokalsiegercup nach 1967.

Leider werden eine Woche zuvor die Träume im DFB-Pokal ebenfalls ausgeträumt. Im Viertelfinale kommt es zur Neuauflage des vergangenen Finales zwischen Bayern und dem 1.FC Köln. Nach dem Hinspiel in München scheint bereits alles klar zu sein. Durch Treffer von Franz Roth und Gerd Müller (2) gewinnt unser Team ungefährdet 3:0. Trotz des klaren Ergebnisses kommen zum Rückspiel 28.000 Zuschauer in die Kölner Radrennbahn. Und die sollen eine “Pokalschlacht” der besonderen Art erleben.

Opfer in der Schlacht gibt es vor allem auf Seiten der Bayern zu beklagen. Wolfgang Sühnholz bricht sich im Zweikampf mit Jupp Kapellmann ein Bein, Ersatzkeeper Manfred Seifert, der für den verletzten Sepp Maier zwischen den Pfosten steht, muss mit verletztem Brustkorb gegen Schwalb ausgetauscht werden und zu allem Übel verliert Franz Krauthausen auf dem Weg zur Kabine auch noch ein paar Zähne. Heinz Flohe habe ihn geschlagen, behauptet Krauthausen erbost, was der Beschuldigte wütend zurückweist und das Publikum (!) für die fehlenden Krauthausen-Beißer verantwortlich macht. Was wirklich passierte wurde nie endgültig geklärt.

Doch neben diesen Vorfällen ist auch das Ergebnis am Ende bitter. Mit 5:1 spielen sich die Geißböcke in einem wahren Rausch. Die Münchner drängen zwar in den letzten 20 Minuten auf den zweiten Treffer, aber Beckenbauers Schuss streift nur das Holz und Georg Schwarzenbeck zielt den Ball über die Latte. Aus und vorbei, der FC Bayern verabschiedet sich binnen einer Woche aus beiden Pokalwettbewerben.

Durch den doppelten K.o. verlieren die Bayern auch in der Bundesliga die gewohnte Ruhe der Spiele zuvor. Beim Angstgegner MSV Duisburg wird durch drei Gegentreffer in den letzten 20 Spielminuten 0:3 verloren. Das abrupte Ende der Bundesliga-Siegesserie liegt sicherlich auch am verletzungsbedingten Ausfall von Paul Breitner und “Katsche” Schwarzenbeck. Somit führen die Bayern nach dem 29.Spieltag nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz vor Schalke.

Quelle: Bayern Magazin

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