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5. Feb. 2010

…kann man diesem wunderbaren schwarz-weiß Video bewundern. Ehemalige Bayernspieler, wie z.B. Sepp Maier, Mario Basler oder Andreas Brehme bereiten sich in der Sportschule Malente auf ein Ereignis vor. Auch schon früher bereiteten sich die Spieler vor Nationalmannschaftsspielen in Malente vor. Aber auf was bereiten sich die Spieler heute vor?

Findet es selber heraus!

Weitere Informationen über das Video und die Aktion, die dahinter steckt findet ihr auf einer Webseite. Das Video und die Webseite: www.meister-vs-meister.de machen auf alle Fälle echt was her und versprechen viel.


28. Jan. 2010

“Im ganzen war 1978/79 nicht mehr so schlimm wie die Spielzeit davor. Vom Hochhausaufzug, der laufend mit 180 Sachen vom Keller in den 45.Stock und zurück raste, waren wir in einen Paternoster umgestiegen”, freute sich Torhüterlegende Sepp Maier nach dem Chaos-Jahr 77/78 über einen FC Bayern in deutlich ruhigeren Fahrwassern. Das Traumpaar “Breitnigge” – Karl-Heinz Rummenigge und Paul Breitner – fand sich, eine neue Erfolgsära kündigte sich an. Erstes Signal: Im Olympiastadion hingen die Trauben für die Gäste wieder höher. Die Münchner mussten nur zwei Heimpleiten in der Liga hinnehmen, eine davon beim 0:1 gegen den späteren Meister HSV. Dem gegenüber standen allerdings eine Reihe Kantersiege wie etwa ein 5:1 gegen Double-Gewinner Köln. Und selbst der “Kaiser” kam nicht ungeschoren davon. Mit Cosmos New York kassierte Franz Beckenbauer in einem Freundschaftsspiel vor 78.000 Zuschauern in der olympischen Arena eine 1:7 Abfuhr.

Ganz ohne böse Überraschungen verlief aber auch diese Saison nicht. In Runde zwei des DFB-Pokals erlebte der FC Bayern eine 4:5 Heimblamage gegen den Zweitligisten VfL Osnabrück. Selbst der stürmende Maier Sepp (”Ich wollte unseren Angreifern mal zeigen, wo das gegenerische Tor steht!”) konnte den peinlichen K.-o. nicht verhindern. In der Bundesliga schmerzte ein 1:7 in Düsseldorf, ins Rennen um den Titel griffen die Bayern nicht ein. Der Grund: Interne Querelen, die in der Entlassung von Coach Gyula Lorant (Dezember´78) und dem Rücktritt von Präsident Wilhelm Neudecker (Frühjahr´79) gipfelten. Neuer Trainer wurde Lorants Assistent Pal Csernai – sehr zum Leidwesen von Gerd Müller. Der Ungar und der Jahrhundert-Torjäger waren wie Hund und Katz. Schließlich nahm der “Bomber der Nation” leise Abschied. Ab Sommer 1979 “müllerte” es nicht mehr im Olympiastadion, sondern in Fort Lauderdale. Zum neuen “Präse” wurde Willi O.Hoffmann gewählt und Uli Hoeneß (damals 27) startete seine einzigartige Managerkarriere. Die Bundesliga beendeten die Bayern mit einem 2:1 bei Meister HSV. Nach einem Jahr Pause bedeutete Platz vier zumindest wieder die Teilnahme am Europacup.

Ganz ohne München kamen die kontinentalen Wettbewerbe aber schon 78/79 nicht aus. Am 30.Mai 1979 bildete das Olympiastadion erstmals die herrliche Kulisse für das Finale im Landesmeister-Cup. 57.000 Zuschauer sahen Nottingham Forest unter Manger-Legende Brian Clough 1:0 gegen Malmö siegen.

So feierlich die Spielzeit für das Olympiastadion endete, so bitter begann die nächste für den FC Bayern. Sepp Maier erlitt im Juli 1979 bei einem Autounfall schwere Verletzungen und musste seine Karriere beenden. Ein Jahr nach dem fatalen Crash sagte die “Katze von Anzing” beim festlichen Abschiedsspiel gegen die Nationalmannschaft “Servus” – Emotionen pur unterm Zeltdach, die legendäre Achse Maier-Beckenbauer-Müller war endgültig Geschichte.

Nach “Katsche” Schwarzenbecks verletzungsbedingtem Aus im August 1979 stand mit Bernd Dürnberger nur noch ein Leistungsträger der triumphalen 70er im Kader. Aber neue Meister Bayern sprangen in die Bresche. Manager Hoeneß und Trainer Csernai hatten um Kapitän Breitner und Torjäger Rummenigge ein schlagkräfitges Team zusammengestellt. Zunächst meldete sich der FCB im Europapokal zurück, wo mit weißer Heimweste erst im Halbfinale gegen den späteren UEFA-Cup-Sieger Eintracht Frankfurt das Aus kam. In der Bundesliga konnte die Münchner keiner aufhalten: Am 31.Mai 1980 präsentierten sie im Olympiastadion endlich wieder die Meisterschale – ihre sechste. Über 70.000 feierten die Bayern, die in einem furiosen Saisonendspurt Titelverteidiger HSV in die Knie gezwungen hatten – nicht zuletzt dank ihrer Heimstärke (nur Köln siegte glücklich in München) und zweier viel umjubelter Derby-Erfolge (2:1 und 6:1) gegen Aufsteiger 1859 vor jeweils 78.000 Zuschauern. Die Presse schwärmte vom “Traumfussball”, feierte vor allem Überflieger Karl-Heinz Rummenigge. Der Torschützenkönig der Bundesliga krönte eine “rote” Spielzeit schließlich noch mit einem EM-Triumph im Nationaltrikot und wurde Deutschlands sowie Europas “Fussballer des Jahres”. Ein neuer Weltstar war geboren, der dem FCB auch in den kommenden Jahren Trophäengarant sein sollte.


8. Okt. 2009

Vor ein paar Tagen habe ich einen Kicker von 1976 in die Hände bekommen. Der FC Bayern wurde in diesem Jahr zum ersten Mal Weltpokalsieger. Das Hinspiel gewannen die Bayern gegen Belo Horizonte noch mit 2:0, ehe es am 21.12.1976 im Rückspiel um alles ging.

Der Kicker schrieb damals nach dem großen Triumph:

Dieser FC Bayern war nicht müde!

Nach sechs Stunden Schlaf: Weltpokalsieg

Jetzt haben die Münchner Bayern den ganz großen Coup doch noch geschafft! Mit einem Klassespiel im fast ausverkauften Stadion Minas Gerais von Belo Horizonte (117000 Zuschauer) holten sie sich nach einem mehr als verdienten 0:0-Unentschieden als erste deutsche Mannschaft überhaupt den Weltpokal! Dabei waren die hervorragend eingestellten Münchner gegen Ende des spannenden, farbigen und äußerst fairen Finales dem Sieg näher als die Brasilianer.

Mit gut 12 Minuten Verspätung pfiff Schiedsrichter Patrick Partridge (Großbritannien) das Spiel im Hexenkessel von Belo Horizonte an, wo die Fans einen klaren Sieg ihrer kaffeebraunen Ballartisten gegen die vermeintlich übermüdeten Müchner erwarteten. Doch die Bayern, bei denen Franz Beckenbauer nach einem letzten Test doch noch mit von der Partie war, ließen sich durch den äußerst unfreundlichen Empfang nicht beeindrucken.

” Wir müssen unbedingt die ersten dreißig Minuten überstehen, ohne ein Tor einzufangen, sonst wird´s ganz schlimm”, hatte Bayern Coach Dettmar Cramer gehofft. Und tatsächlich kamen die Münchner, bei denen sich wieder einmal ihre große internationale Erfahrung auszahlte, prima über die Anfangsminuten.

Ein Höllenlärm im Stadion und starker Druck der Gastgeber kennzeichneten diese ersten Minuten auf dem tiefen, aufgeweichten Rasen. Natürlich konnten die Münchner von Glück sagen: statt Hitzetemperaturen um die 35 Grad ging während des gesamten Spieles ein anhaltender tropischer Regen über dem Stadion nieder. Die einfach viel zu verspielt wirkenden Cruzeiros wurden von den Münchnern schnell an die Kette gelegt, als deren erstes Feuerwerk erst einmal verraucht war. Sepp Weiß, der den Meniskusoperierten Dürnberger vertrat, machte seine Sache gegen Eduardo ebenso gut wie Udo Horsmann, der im Gegensatz zum Münchner Hinspiel gegen den Cruzeiro-Zauberer und absoluten Lokalmatadoren Jairzinho diesmal mehr Land sah.

Nummer eins inmitten des Getümmels war jedoch ein Mann: Sepp Maier. Er parierte während des gesamten Spiels serienweise raffinierte Freistöße des schußstarken Offensivverteidigers Nelinho, Schüsse des quirligen Palinha. Und Chancen hatten die Bayern! Rummenigge, der in der 85.Minute mit einer Fussprellung ausschied, scheiterte jedoch wiederholt an Raul. Glück für die Münchner, als Jair in der 63.Minute nur den Pfosten traf. Überglücklich waren die elf Bayern, als nach 90 Minuten die Raketen in die brasilianische Nacht stiegen. Die enttäuschten Cruzeiros wurden von den 117000 mit gellenden Pfiffen in die Kabine geschickt.

So spielten die Bayern: Maier – Andersson, Beckenbauer, Schwarzenbeck, Horsmann – Weiß, Torstensson, Kapellmann – Hoeneß, Müller, Rummenigge (85.Arbinger) – Trainer: Cramer

Dann tanzen sie den Samba…

Bayern vertrat Europa glanzvoll!

“Ich bin überglücklich, zu dieser famosen Leistung kann man unserer Mannschaft nur gratulieren”, freute sich Bayern-Präsident Wilhelm Neudecker. “Wenn´s am schlimmsten zugeht, dann ist der Sepp der Beste”, lobte Gerd Müller, als er gerade vom Spielfeld kam und Franz Beckenbauer war froh: “In der ersten Halbzeit hab ich wieder Schmerzen verspürt, aber Hauptsache, dass wir es nach diesen ungeheuren Reisestrapazen noch gepackt haben.” 10000 Mark will der “Präse” für den Weltpokalsieg seiner Mannen springen lassen. Damit wird das Abenteuer Brasilien für die Münchner ein saftiges Minusgeschäft. Nachdem es im ersten Spiel nur 18000 Zuschauer in die winterlichen Ränge des Olympiastadions getrieben hatte, womit gerade die Flugkosten nach Belo Horizonte gedeckt waren, machten also nur die Brasilianer einen fetten Weltcupreibach: 117000 Zuschauer, Einnahme: 6,4 Millionen Cruzeiro gleich 1,4 Millionen Mark.

Dennoch spricht man bei den Bayern nach dem zweimaligen Reinfall im Supercup von einem schönen Weihnachtsgeschenk. Das Prestige ist international gerettet für dieses Jahr: ” Beste Klubelf der Welt” dürfen sich die Mannen um Franz Beckenbauer jetzt nennen. Was die Münchner nach 26stündigem Flug (sie kamen erst 10 Stunden vor Spielbeginn in Belo an) im tropischen Regen von Mina Gerias leisteten, das hatte in der Tat Weltformat. In der längsten Nacht des Jahres zeigten sie sich ausgeschlafener wie selten zuvor. Die Bayern schliefen lieber vor dem Spiel: ganze sechs Stunden! Dann tanzten sie mit den überraschten Cruzeiros auf ihre spezielle Art den Samba. Mit starken Nerven und kühl bis an die Herzspitzen: eben Marke Bayern.

Gegen 3.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit war der vom Prestige her größte Bayernsieg perfekt. Dann ging es zurück ins Hotel, zum Flughafen, zurück in die winterliche Heimat. Der FC Bayern vertrat Europas Fussball glanzvoll.

Für den Kicker schrieb: Julio Cameron

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