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18. Apr. 2010

Was für ein Samstag für den FC Bayern. Zuerst gewannen die Bayern Amateure ihr Derby gegen Wacker Burghausen nach Toren von Christoph Knasmüllner und Deniz Yilmaz mit 2:0 und anschließend gewannen die Profis vom FC Bayern nach einem tollen Spiel gegen schwache Hannoveraner mit 7:0.

Los ging es am Samstag mit dem Spiel FC Bayern gegen Wacker Burghausen. Die Jungs der Amateure wollten und konnten das Spiel unbedingt gewinnen und so gelang bereits der siebte Heimsieg in Folge, so dass die Amateure nun auf den achten Tabellenplatz klettern konnten. Die “kleinen Bayern” waren von Anfang an, dass dominierende Team und dies sollte sich bis zum Abpfiff auch nicht ändern. Die Bayern Amateure gewannen vor 800 Zuschauern verdient mit 2:0 (Knasmüllner und Yilmaz) und haben nun bereits am Dienstag Abend das nächste Heimspiel gegen Carl-Zeiss Jena.

Es spielten: Kraft – Görlitz, Haas, Schütz, Kopplin – Knasmüllner, Rieß, Schwarz, Alaba – Sene (79.Sikorski), Yilmaz (90.Lewicki)

Nach dem Sieg der Amateure ging es in der Allianz Arena weiter, dass Abendspiel gegen Hannover96 stand an. Die Bayern drehten gleich von Beginn an richtig auf und konnten sich Chance um Chance wunderbar herausspielen. Hannover war von Beginn an viel zu harmlos und konnte nicht wirklich gegen die drohende Niederlage ankämpfen. In der 21.Spielminute konnte die erste Chance durch Ivica Olic genutzt werden und Bayern führte mit 1:0. Olic konnte hier eine wunderbare Flanke von Diego Contento, der seinen ersten Assist machte, per Kopf im Tor unterbringen. Bis zur Halbzeit gelangen den Bayern noch zwei weitere Tore zur 3:0 Halbzeitführung. Arjen Robben war es in der 30.Spielminute mit einem schönen Lupfer zum 2:0 und Thomas Müller in der 44.Spielminute mit einem Schuss zum 3:0 Halbzeitstand. Auch nach der Pause spielten die Bayern mit Volldampf weiter und bereits in der 49.Spielminute war es wieder Ivica Olic per Kopf, der das 4:0 erzielte. Nur eine Minute später gelang auch schon das nächste Tor, der überragende Arjen Robben erzielte das 5:0. Nun dauerte es zwölf weitere Minuten bis Thomas Müller erneut einnetzen durfte. 6:0 stand es auf der Anzeigentafel, aber es waren noch 28 Minuten zu spielen und Hannover spielte wie ein Bezirksligist. In der 69.Spielminute nahm Trainer Louis van Gaal Franck Ribéry und Ivica Olic aus dem Spiel und plötzlich merkte man im Stadion, dass die Musik und das Tempo nun aus dem Spiel waren und es doch nicht mehr so munter weitergehen würde, wie bis zur 62.Minute und dem 6:0. Aber einmal durften die 69.000 Zuschauer noch jubeln – in der Nachspielzeit war es erneut Arjen Robben, der zum 7:0 Endstand treffen konnte. Mit dem 7:0 feierten die Bayern den höchsten Sieg im 84.Heimspiel in der Allianz Arena und sind durch den Sieg natürlich weiterhin Tabellenführer in der Bundesliga. Am Mittwoch geht es in der Championsleague weiter. Olympique Lyon steht im Halbfinale vor der Tür.

Es spielten: Butt – Lahm, van Buyten, Demichelis, Contento – Robben, van Bommel, Schweinsteiger (82.Tymoshchuk), Ribéry (69.Pranjic) – Müller, Olic (69.Gomez)


10. Apr. 2010

Der FC Bayern München tritt heute Abend im Abendspiel um 18.30 Uhr beim Tabellendritten Bayer Leverkusen an. Mit breiter Brust aus dem Sieg gegen Schalke 04 (Bayern siegt auf Schalke!) vor einer Woche und dem Einzug ins Halbfinale der Championsleague (FC Bayern macht in Manchester den Halbfinaleinzug klar) treten die Bayern in Leverkusen an und wollen natürlich die drei Punkte mit nach München nehmen. Gegenüber dem Spiel vor einer Woche gegen den Tabellenzweiten FC Schalke 04 wird es Veränderungen im Kader geben, denn Hamit Altintop muss mit einer gelb-rot Sperre pausieren und wird auch nach dem Spiel Arjen Robben wieder Platz machen müssen, der wieder fit ist. Sollten die Bayern das Spiel heute für sich entscheiden können, wäre das ein sehr großer Schritt in Richtung Meisterschaft. Genau aus diesem Grund haben sich die Bayern auch für ein Kurztrainingslager in Düsseldorf entschieden, in das es direkt aus Manchester ging.

So wollen Sie spielen: Butt – Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber – van Bommel, Schweinsteiger – Robben, T.Müller, Ribéry – Olic


3. Apr. 2010

Heute zählt es! Der erste gegen den zweiten heute in der Arena auf Schalke. Das Duell, dass es vor ein paar Tagen bereits im Halbfinale des DfB Pokals gab (Über Schalke nach Berlin?Finale!). Die Bayern sind nach dem Sieg am Mittwoch über Manchester United heiß (Ja das war ein toller Europapokalabend…) und wollen zurück an die Tabellenspitze, die sie am letzten Spieltag an Schalke 04 abgegeben hatten. Wie schon beim Pokalspiel werden die Mannschaften heute auf dem Acker der Arena antreten. Ivica Olic, meinte vor ein paar Tagen: ” Das ist kein Bundesligarasen, sondern eher so wie in Russland.” Ist schon bitter, wenn die Schalker im Winter kräftig neue Spieler verpflichten, aber kein Geld mehr haben, den Rasen, der seit 2006 in der Arena liegt, zu wechseln. Einfach nur bitter und schade, dass die DFL hier nichts unternimmt! Die Antwort muss ich es von den Bayern heute auf dem Platz geben. Fraglich ist noch, ob Arjen Robben nach seinen Wadenproblemen antreten kann. Diese Personalie wird wohl erst kurz vor Schluss entschieden.

Wir planen Ihnen mal mit ein, denn der Sieg auf Schalke ist für den FC Bayern heute sehr wichtig.

So wollen Sie spielen: Butt – Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber – Robben, van Bommel, Schweinsteiger, Ribéry – Gomez, Olic


5. Feb. 2010

Nachdem bereits Holger Badstuber, Mehmet Ekici, Diego Contento und Thomas Müller vor kurzem neue Verträge beim Rekordmeister FC Bayern München erhalten haben, ist nun auch Daniel van Buyten mit einem neuen Vertrag bis 30.06.2012 ausgestattet worden. Der Vertrag von Daniel van Buyten wäre ansonsten zum Saisonende ausgelaufen. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge erklärte, dass der FC Bayern sehr glücklich sei, mit drei aktuellen Stammspielern langfristig planen zu können.


4. Feb. 2010

Holger Badstuber und Thomas Müller wurden nun vor ein paar Tagen für Ihre bisherigen Leistungen belohnt. Jeweils bis 30.06.2014 und zu deutlich besseren Konditionen unterschrieben die beiden Bayern-Talente, die beide in dieser Saison noch kein Bundesligaspiel verpassten, einen neuen Vertrag beim Deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Bei den Fans, Kollegen und beim Trainer sind die Jungs auf alle Fälle sehr beliebt!


3. Feb. 2010

Mit einem Paukenschlag der Bayern begann die Saison 1986/1987 im Münchner Olympiastadion. Knapp 60 Sekunden waren gegen den BVB absolviert, da traf Lothar Matthäus erst den Pfosten, dann die Latte, ehe Roland Wohlfarth den zweiten Abpraller zum 1:0 verwertete. Trotzdem die Partie nur 2:2 endete, zeigten sich die Münchner von ihrem Blitzstart in die Spielzeit beflügelt: Dem HSV und Gladbach bliesen sie in der Folge unterm Zeltdach jeweils mit 3:1 den Marsch und führten in der Liga bald den Taktstock. In den ersten Runden des Europapokals begleitete sie ebenfalls die Melodie des Erfolges.

Am 1.November jedoch klangen ihnen die Ohren: Leverkusens “One Hit Wonder” Christian Hausmann dröhnte durchs olympische Rund, Bayer siegte 3:0. Schnell fand das Bayern-Orchester nach dieser Störung aber wieder die richtigen Töne und ging punktgleich mit Spitzenreiter Hamburg in die Winterpause. Da nahm Manager Uli Hoeneß den Verlust der “zweiten Geige” DFB Pokal (0:3 in Düsseldorf) nicht weiter tragisch: “Im Europacup und Meisterschaft sind wir ja voll dabei!”

Diese Ziele im Blick, kehrten die Münchner aus dem Winterurlaub ins Olympiastadion zurück und lieferten ihren Fans unvergessene Highlights. Erst ein 5:0 gegen Anderlecht, dann ein 4:0 gegen den Club und am 8.April 1987 die Gala gegen Real. Die Königlichen kreuzten im Halbfinale des Landesmeistercups unterm Zeltdach auf – und kassierten eine legendäre Abreibung. Nach 37 Minuten hieß es 3:0, mit einer 1:4 Packung traten die Madrilenen die Heimreise an. Über 75.000 Zuschauer bejubelten ihre Bayern und wunderten sich aber über hitzköpfige Spanier, die ihre Niederlage noch mit zwei Platzverweisen “schmückten”.

Nachdem der FCB trotz roter Karte gegen Klaus Augenthaler auch den Hexenkessel “Bernabeu” überstanden hatte, griffen Latteks Mannen nach dem begehrten Henkeltopf. Die Krönung sollte im Wiener Finale erfolgen. Bis zu 78.Minute lief dank “Wiggerl” Kögls 1:0 alles nach Plan, ehe Madjer per Hacke und Juary das Spiel zu Gunsten des FC Porto drehten. “Darüber ärgere ich mich heute noch schwarz”, saß dieser Stachel bei Lattek auch Jahre später noch tief. Die im Anschluss gesicherte zehnte Meisterschaft konnte die Münchner ebenso wenig trösten wie die fast makellose Bilanz der Saison: nunmehr alleiniger Rekordmeister, bei nur einer Niederlage in der Bundesliga auswärts ungeschlagen, in 46 Pflichtspielen ganze vier Pleiten – aber eben leider eine entscheidende am 27.Mai in Wien. Am 08.August füllten wieder die Bayern Fans das weite Rund des Olympiastadions. Das erste Heimspiel unter dem neuen Coach Jupp Heynckes stand an und der FC Bayern fegte den HSV vor 63.000 Zuschauern 6:0 vom Platz. 18 Tage darauf sahen sogar knapp 78.000 Zuschauer einen 1:0 Erfolg gegen den 1.FCN. Fortan begeisterten die Münchner ihr Publikum im Olympiastadion wieder mit bester Offensivkunst, wie etwa beim 8:1 gegen Schalke. Leider waren ihre Leistungen zu schwankend, so dass Titelverteidiger FC Bayern trotz 83 erzielter Tore die Schale den Bremern überlassen musste.

Beispielhaft für die fehlende Konstanz war das Viertelfinal-Hinspiel im Europacup der Landesmeister. Erneut ging´s gegen Real, erneut stand es 3:0 und 72.000 machten sich wie ein Jahr zuvor auf, ein Fussballfest zu feiern. Zwei Abwehrfehler bereiteten der Hochstimmung jedoch ein jähes Ende. Butragueno und Co. verkürzten kurz vor Schluss auf 2:3 und warfen die Bayern in Madrid mit 0:2 aus dem Wettbewerb. Ebenfalls in der Runde der letzten Acht endete für die Münchner der DFB Pokal und damit zogen die Bayern ohne Titel von dannen.


5. Dez. 2009

Jubel zum Saisonabschluss 1971 trotz des Scheiterns in der Meisterschaft.

Die Spannung bis zum Saisonabschluss ist in der Spielzeit 1970/1971 garantiert. Seit Monaten marschieren Borussia Mönchengladbach und der FC Bayern gleichauf in Richtung Meisterschale. Am vorletzten Spieltag liegen die Fohlen vom Niederrhein bei Punktgleichheit einen einzigen Treffer vor den “Rothosen”. Ausgerechnet in dieser wichtigen Entscheidungsphase der Meisterschaft werden Gerd Müller und Charly Mrosko vom DFB-Sportgericht für acht bzw. zwei Wochen vom Spielbetrieb gesperrt.

Unglaubliche Begründung sind dubiose Platzverweise vor fünf Monaten bei einem Freundschaftsspiel in Peru! Beiden hatten bisher immerhin 30 der 70 Treffer erzielt, was den Sturmdrang natürlich erheblich hemmte. Dennoch wird durch Treffer von Beckenbauer, Zobel, Brenninger und Hoeneß die Eintracht aus Braunschweig deutlich mit 4:1 geschlagen. Borussia Mönchengladbach gewann zeitgleich 4:3 gegen Rot-Weiß Essen. Das bedeutet, dass der FC Bayern am vorletzten Spieltag mit einem Tor Vorsprung die Tabellenspitze übernahm. Größere Spannung ist kaum mehr möglich!

Der letzte Spieltag lässt die Bayern bei den “Zebras” vom MSV Duisburg gastieren, während Borussia Mönchengladbach bei der Frankfurter Eintracht antritt. Bis zur Halbzeit läuft alles nach Plan. Das 0:0 lässt die Titelhoffnung wachsen, denn Gladbach kommt in Frankfurt bis zu diesem Zeitpunkt auch nur zu einem 1:1. Doch in der hitzigen Atmosphäre im Wedaustadion (der Münchner Merkur berichtet von “skandalösen Begleitumständen” und “Südamerika-Fussball”) – kann unsere Mannschaft in der zweiten Hälfte nicht mehr dagegenhalten und verliert nach einem Doppelschlag von Rainer Budde 0:2. Dabei bleibt der FC Bayern erstmals seit acht Monaten ohne Torerfolg. Wer weiß, wie es mit Gerd Müller, der auch die Torjägerkrone an den Oberhausener Lothar Kobluhn abtreten musste, ausgesehen hätte! Durch Treffer von Köppel und zwei Mal Heynckes gewinnt die Borussia in Frankfurt noch 4:1 und verteidigt damit den Meistertitel.

Doch ein Tag nach der Meisterschaftsentscheidung beherrschen negative Schlagzeilen das Bundesligageschäft. MItgeschnittene Telefongespräche beweisen, dass im Abstiegskampf manipuliert wurde. Der Bundesliga-Skandal nimmt seinen Lauf, in welchen der FC Bayern nicht verwickelt ist. Aber es gibt auch positive Meldungen im Fussball. Die Sperre von Gerd Müller wird mit Wirkung vom 18.Juni aufgehoben. Damit ist Müller im Pokalfinale gegen den 1.FC Köln dabei. Die Bayern atmen auf, denn unser treffsicherster Angreifer hatte sich auf dem Weg ins Finale als wahre Tormaschine präsentiert. Zehn der insgesamt sechzehn Treffer erzielte der “Bomber der Nation” im Pokalwettbewerb dieser Saison.

Vor dem Anpfiff des Finales im ausverkauften Stuttgarter Neckarstadion darf Müller dann sogar als erster deutscher Spieler überhaupt den “Goldenen Fussball” für den besten Spieler Europas des Jahres 1970 in Empfang nehmen. Im Endspiel selbst kann sich Müller ausnahmsweise mal nicht als Torschütze hervorheben, Im Gegenteil, lange Zeit sieht es nicht gut für die Bayern aus. Nach knapp einer Viertelstunde nutzt Bernd Rupp ein Missverständnis in der Bayern-Abwehr kompromisslos aus und bringt die Kölner in Führung. In der Folge entwickelt sich ein echtes Spitzenspiel, das anschließend einvernehmlich als das bis dahin beste Finale der Pokalgeschichte gewertet wird.

Besonders Franz Beckenbauer drückt der Partie seinen Stempel auf. So ist es auch der Kaiser höchstpersönlich, der in der 52.Spielminute den Ausgleich erzielt. “Der Franz riskiert jetzt viel mehr als früher. Wir haben uns schon daran gewöhnt, hinten öfter mal alleine zu sein”, bringen “Katsche” Schwarzenbeck die Offensiv Ausflüge seines Liberos nicht aus der Ruhe. Doch ab der 71.Minute müssen die Bayern nach einer Tatlichkeit von Koppenhöfer gegen Hannes Löhr und dem folgenden Platzverweis in Unterzahl gegen die Domstädter bestehen.

Aber auch mit zehn Mann haben die Bayern das bessere Ende für sich. Edgar Schneider, für “Bulle” Roth ins Spiel gekommen, erweist sich als echter Glücksgriff. Aus 20 Meter Entfernung drischt er zwei Minuten vor Ende der Verlängerung das Leder in den rechten Winkel des Kölner Tores. Der fünfte Bayernsieg im fünften Pokalfinale ist perfekt, während die mitgereisten 15.000 Bayern-Fans in einen Freudentaumel versetzt sind. Für Trainer Udo Lattek ist es der erste Titel. Es sollte nicht der letzte bleiben…

Erinnerungen aus dem Bayern Magazin


5. Okt. 2009

Gerade an große Spieler und auch Funktionäre sollte man sich erinnern. Es gab in der Vergangenheit einige die unseren Verein zu dem gemacht haben, der er heute ist. Die Südkurve hat am Samstag beim Spiel gegen den 1.FC Köln an den 125.Geburtstag von unserem ehemaligen Präsidenten und Spieler Kurt Landauer erinnert.

Conny Heidkamp war ebenfalls ein großartiger Mensch, der den zweiten Weltkrieg überlebte, großes Engagement zeigte, das ihn fast ins Gefängnis gebracht hätte. Ohne Conny Heidkamp würde der FC Bayern heute nicht mehr so bestehen, rief einst der Ehrenvorsitzende und frühere Polizeipräsident Siegfried Herrmann bei einer Versammlung nach Kriegsende im Lxxxxbräukeller den Mitgliedern zu.

Erinnerungen von Magdalena Heidkampf, der Frau des Meisterkapitäns des FC Bayern von 1932:

Als der Krieg begann, hatte Conny Heidkamp das große Glück, nicht zum Militär eingezogen zu werden. Seine Stellung bei Siemens & Halske, der als Rüstungsbetrieb galt, ermöglichte es ihm, in München zu bleiben und seine ganze Kraft und Zeit seinem geliebten FC Bayern zu widmen. Vielleicht fragen sich heute manche, warum Fussball in dieser Zeit so wichtig war. Er hatte für die Männer die gleiche Bedeutung wie für die Frauen, die ins Kino gingen, die UFA-Filme mit Marika Rökk oder Zarah Leander. Für ein paar Stunden wollten die Menschen diese schreckliche Zeit vergessen. In den ersten Kriegsjahren fielen noch keine Bomben, aber die Hungersnot wurde immer spürbarer. Von den wenigen Essensmarken der Zuteilung konnte man nur schlecht leben und so begann der Tauschhandel. Von der Front kamen die ersten Todesnachrichten. Unsere Spieler Josef Bergmeier und Franz Krumm starben, beide Nationalspieler, beide in der Meisterelf, beide dicke Freunde. Sie fielen zwar nicht am gleichen Frontabschnitt, aber am selben Tage. Für mich war der Tod von Sepp Bergmeier besonders tragisch, da ich mit seiner Frau befreundet war und sie einmal in der Woche besuchte. In der letzten Zeit war sie besonders aufgeregt, da ihr Sepp eigentlich auf Urlaub kommen sollte. Sie putzte, backte, nähte für ihr zweijähriges Mädchen ein neues Kleidchen und erzählte ihr immerfort vom lieben Vati, der jetzt bald kommen musste. Er kam nicht. Dafür ein Brief des Gauleiters mit den Worten ” Wir bedauern…” Einige Zeit später nahm sie sich und ihrem Kind das Leben. Ich kam lange nicht darüber hinweg.

Die Hungersnot wurde langsam unerträglich. So fingen wir damit an zu hamstern. Conny bei den Vereinsmitgliedern, die Lebensmittelgeschäfte besaßen, ich bei den Bauern auf dem Land. Die größten Gönner in dieser Zeit waren Toni Weh, der in der Augustenstraße einen Metzgereiladen hatte und Karl Hötzl, dessen Geschäft in der Georgenstrasse lag. Wir hatten zwei Waschkörbe im Schlafzimmer aufgestellt, einer mit Würsten für den Verein und einer – von mir – für die Familie. Über dem Korb des FC Bayern lag ein frisches Handtuch, er war für die Familie tabu. Wehe, wenn wir unsere kleine Gerda dabei erwischten, wenn sie an den Würsten roch. Aber mein Korb konnte sich auch sehen lassen. Ich konnte nämlich nähen, nicht gerade meisterhaft, aber für Nachthemden, Schürzen, Blusen und Röcke für die Nachbarn reichte es. Ich hatte das einer Freundin, die Schneiderin war, abgeschaut. Und so blieb ich oft eine Woche lang auf einem Bauernhof, um zu nähen und am Wochenende mit einem vollen Rucksack heimzukehren, während meine Mutter unter der Woche für die Familie kochte.

Und dann begannen sie: die Bombenangriffe. Wir, die wir bisher den Krieg nur durch Frontnachrichten, den Tod von Freunden und die Hungersnot kennengelernt hatten, bekamen ihn nun am eigenen Leib zu spüren. Nacht für Nacht kamen die Angriffe, mal schlimmer, mal weniger schlimm, aber die Fensterscheiben waren fast immer durch den Luftdruck zerbrochen. Die Kinder wurden aus den Städten aufs Land gebracht, unsere Gerda kam in ein Schullandheim nach Bad Wiessee. Die größte Sorge meines Mannes – wie hätte es anders sein können – war der FC Bayern. Dessen Geschäftsstelle lag nämlich mitten in der Stadt, in der Landschaftsstrasse an der Rückseite des Rathauses. Die Häuser dieser Strasse wurden übrigens nach dem Krieg nicht mehr wiederaufgebaut, heute ist das Ganze eine kleine Anlage mit Parkbänken. Das Wichtigste war: die Pokale, die seit Bestehen des Vereins dort standen, mussten in Sicherheit gebracht werden. Aber wohin? Da fiel mir der Bauer in Ascholding ein, bei dem ich in meiner Kindheit die Ferien verbracht hatte. Ein Anruf und wir zuckelten zusammen mit Barry Streck in einem Holzkohleauto nach Ascholding bei Wolfratshausen. Die Kisten wurden in einen Abstellraum neben dem Stall gelagert und wir fuhren wieder Richtung München.

Zu dieser Zeit erwies sich die Anwesenheit meines Vaters, als wahrer Segen. Mein Mann schwang sich nämlich nach jedem Luftangriff auf sein Fahrrad und fuhr durchs brennende München zu jedem einzelnen Spieler, um sich zu vergewissern, ob er am kommenden Wochenende mit ihm rechnen konnte. Wie gut, dass mein Vater so geschickt und gutmütig war, die zerbrochenen Fenster mit Pappe dicht zu machen und andere Schäden notdürftig zu reparieren.

Die Hungersnot wurde schlimmer und so konnte der Wirt des Lxxxxbräukellers, Xaver Heilmannseder, in Zukunft nicht mehr ohne Lebensmittelmarken das Essen für die Spieler zubereiten. Also ging mein Mann auf den bekannten Schiebermarkt, um Lebensmittelmarken zu kaufen. Das war nicht ungefährlich, denn die Razzien wurden immer häufiger und die Strafen härter. Man warnte mich, mein Mann stünde mit einem Fuß im Gefängnis. Aber ihm ging es nur darum, die Spieler zu halten, die zweimal wöchentlich nach dem Training eine warme Mahlzeit erwarteten. Conny hatte Glück und entging den Razzien.

Im vorletzten Kriegsjahr glaubte keiner mehr an einen Sieg der deutschen Armee, aber man durfte es nicht mehr aussprechen. Um unsere Stärke zu zeigen, organisierte das deutsche Sportkomitee ein Freundschaftsspiel des FC Bayern gegen die Nationalelf der neutralen Schweiz in Zürich. Die Spieler wurden ins Sicherheitsamt befohlen und mit folgenden Auflagen vertraut gemacht: Erstens tadelloses Auftreten, zweitens würden Gestapobeamte mitfahren, damit den jungen, wehrmachtsfähigen Spielern nicht einfallen würde, im Ausland zu bleiben, drittens sei es möglich, dass deutsche Emigranten versuchten, mit den Spielern Kontakt aufzunehmen. Jede Annäherung werde strengstens bestraft.

Kaum in Zürich angekommen, trat schon ein Page auf meinen Mann zu und übergab ihm eine Nachricht von Herrn Landauer, der im Vestibül auf ihn warte. Beim Öffnen des Briefes tippte jemand meinem Mann auf die Schulter: Gestapo. “Geben Sie mir den Zettel. Lassen Sie sich nicht einfallen, sich dem Mann zu nähern, sie stehen unter Beobachtung.” Es wurde Conny unmöglich gemacht, mit Landauer Kontakt aufzunehmen, die Gestapo ließ ihn nicht aus den Augen. Es war Kurt Landauer, der frühere Präsident des FC Bayern München, der als Jude aus Deutschland fliehen musste.

Diese Geschichte hatte noch ein trauriges Nachspiel. Kurt Landauer kam nach dem Krieg zurück und wurde wieder Präsident des FC Bayern. Eine seiner ersten Amtshandlungen bestand darin, Conny zu sich zu bitten und die Belege für alle Ausgaben während des Krieges zu verlangen. Mein Mann war ratlos. Er hat fast ausschließlich mit Schiebern und Bestechung zu tun gehabt, wer gab da schon Quittungen? Wer hatte fürs “Organisieren” – wie man es nannte schon Belege bekommen? Selbst als der Geschäftsführer des Vereins, Herr Plank, Connys Angaben bestätigte, nütze es nicht viel.

Als Landauer auf der Bühne des Lxxxxbräukellers zum Anlass einer Jubiläumsfeier die Geschichte des Vereins vortrug, erklärte er: “Wir wollen die letzten Jahre vergessen und Gnade walten lassen.” Ich merkte wie mein Mann blass wurde und zum einzigen Mal in der meiner 60-jährigen Ehe sah ich Tränen in seinen Augen schimmern. Unter dem Tisch suchte ich seine Hand und hielt sie fest. Auch das ging vorbei. Und als er hörte, dass der Ehrenvorsitzende und frühere Polizeipräsident Siegfried Herrmann bei einer Versammlung sagte, “wenn Conny Heidkamp nicht gewesen wäre, würde der FC Bayern heute nicht mehr bestehen”, war das Balsam auf seine Wunden. Sie fingen an zu heilen.

Quelle: Bayern Magazin


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