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30. Dez. 2009

Nach 7:1 Sieg gegen die Löwen – Start in die Saison der Rekorde

Während Fussball-Deutschland in erster Linie über den Bundesliga-Skandal diskutiert, in dem Spieler und Vereine im Abstiegskampf der vergangenen Saison Spiele manipuliert hatten, startet der FC Bayern, als einer der Vereine mit “weißer Weste” mit großen Ambitionen in die Spielzeit 1971/72, welche die letzte im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße war. Im Sommer 1972 soll der Umzug ins neue Olympiastadion erfolgen.

Vor allem die am letzten Spieltag an Borussia Mönchengladbach verlorene Meisterschaft wollen die Mannen von Trainer Udo Lattek, dem es in dieser Saison gelang die Nachwuchsspieler Uli Hoeneß, Paul Breitner, Willi Hoffmann und Edgar Schneider in die Mannschaft zu integrieren, wieder an die Isar holen. Gegen die Verteidigung des DFB-Pokals, der in dieser Saison erstmalig mit Hin-und Rückspiel ausgetragen wurde, hätte man natürlich auch nichts einzuwenden.

Die Vorbereitung bestreitet unser Team diesmal mit einem wahren Spiele-Marathon. Gleich am ersten Trainingstag nach der Sommerpause treten Beckenbauer & Co. beim FC Garmisch an. Bis zum 10.August gibt es fast jeden Tag ein Freundschaftsspiel, insgesamt 16 Partien! Höhepunkt der Vorbereitung ist sicher das Derby gegen den damaligen Regionalligisten TSV 1859 München. 36.000 Zuschauer sehen eine hochüberlegene Mannschaft in Rot, die nach dem 0:1 Rückstand aufwacht und den Gegner nach Belieben dominiert. Der 7:1 Erfolg bedeutet den höchsten Derbysieg nach dem Krieg. Nach der ungewöhnlichen Vorbereitung kommt unsere Mannschaft zunächst nur zögerlich in Tritt. Am ersten Spieltag kann Franz Krauthausen die Führung von Aufsteiger Fortuna Düsseldorf noch vor der Pause ausgleichen. Bei Temperaturen von 35 Grad Celsius im Grünwalder Stadion schießen Breitner und Beckenbauer den standesgemäßen 3:1 Erfolg heraus.

Am zweiten Spieltag erwartet der Vorjahresdritte Hertha BSC mit 73.000 Fans im Berliner Olympiastadion den Vizemeister. Uli Hoeneß und Gerd Müller können die zweimalige Führung der Berliner jeweils ausgleichen, so dass ein Punkt beim FC Bayern bleibt. Auch im zweiten Heimspiel der Saison gegen Eintracht Braunschweig geht der Gast zunächst in Führung. Unsere Mannschaft, die unter der Woche noch an einem Turnier in Barcelona teilgenommen hat, kann das Spiel jedoch wieder drehen. Nach dem postwendenen Ausgleich von Johnny Hansen, erzielen Rainer Zobel und zweimal Beckenbauer in der letzten Viertelstunde die Treffer zum 4:1 Erfolg.

Drei Tage später im Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Oberhausen ist es wiederum ein später Treffer, der den “Rothosen” einen Punkt bringt. Johnny Hansen trifft in der 82.Minute zum 1:1. Obwohl in den ersten vier Partien spielerisch noch nicht alles nach Wunsch, zeigt die Mannschaft Moral und kämpferische Fähigkeiten; und obwohl insgesamt fünfmal in Rückstand geraten, verliert sie kein Spiel und holt 6:2 Punkte, was den zweiten Tabellenplatz hinter Schalke bedeutet.

Am fünften Spieltag kommt es dann vor 40.000 Zuschauern an der Grünwalder Staße zum Topmatch gegen den Meister Mönchengladbach. Haben die Niederrheiner in der letzten Saison unserer Elf am letzten Spieltag noch den Titel vor der Nase weggeschnappt, lässt sie diesmal keine Zweifel an der neuen Hackordnung in Deutschland aufkommen. Ab der ersten Minute setzt die Elf um den überragenden Mittelfeld-Motor “Bulle” Roth die Borussen unter Druck. Die Tore von Roth und Hoeneß in der ersten halben Stunde sind letztendlich die logische Folge dieser Überlegenheit. Obwohl die Bayern weiterhin das Spiel bestimmen, fallen keine weiteren Tore mehr. Brenzlig fürs Bayern-Tor wird es noch einmal als Gerd Müller (!) auf der Torlinie klären muss.

Beflügelt von diesem Erfolg kann die Elf um Franz Beckenbauer auch den Betzenberg erklimmen. Unser Kapitän bestreitet sein 200.Bundesligaspiel an seinem 26.Geburtstag. Rainer Zobel und Gerd Müller schenkten ihm jeweils ein Tor beim 2:0 Erfolg. Der FC Bayern bleibt punktgleich mit Tabellenführer Schalke 05 auf dem zweiten Tabellenplatz.


5. Dez. 2009

Jubel zum Saisonabschluss 1971 trotz des Scheiterns in der Meisterschaft.

Die Spannung bis zum Saisonabschluss ist in der Spielzeit 1970/1971 garantiert. Seit Monaten marschieren Borussia Mönchengladbach und der FC Bayern gleichauf in Richtung Meisterschale. Am vorletzten Spieltag liegen die Fohlen vom Niederrhein bei Punktgleichheit einen einzigen Treffer vor den “Rothosen”. Ausgerechnet in dieser wichtigen Entscheidungsphase der Meisterschaft werden Gerd Müller und Charly Mrosko vom DFB-Sportgericht für acht bzw. zwei Wochen vom Spielbetrieb gesperrt.

Unglaubliche Begründung sind dubiose Platzverweise vor fünf Monaten bei einem Freundschaftsspiel in Peru! Beiden hatten bisher immerhin 30 der 70 Treffer erzielt, was den Sturmdrang natürlich erheblich hemmte. Dennoch wird durch Treffer von Beckenbauer, Zobel, Brenninger und Hoeneß die Eintracht aus Braunschweig deutlich mit 4:1 geschlagen. Borussia Mönchengladbach gewann zeitgleich 4:3 gegen Rot-Weiß Essen. Das bedeutet, dass der FC Bayern am vorletzten Spieltag mit einem Tor Vorsprung die Tabellenspitze übernahm. Größere Spannung ist kaum mehr möglich!

Der letzte Spieltag lässt die Bayern bei den “Zebras” vom MSV Duisburg gastieren, während Borussia Mönchengladbach bei der Frankfurter Eintracht antritt. Bis zur Halbzeit läuft alles nach Plan. Das 0:0 lässt die Titelhoffnung wachsen, denn Gladbach kommt in Frankfurt bis zu diesem Zeitpunkt auch nur zu einem 1:1. Doch in der hitzigen Atmosphäre im Wedaustadion (der Münchner Merkur berichtet von “skandalösen Begleitumständen” und “Südamerika-Fussball”) – kann unsere Mannschaft in der zweiten Hälfte nicht mehr dagegenhalten und verliert nach einem Doppelschlag von Rainer Budde 0:2. Dabei bleibt der FC Bayern erstmals seit acht Monaten ohne Torerfolg. Wer weiß, wie es mit Gerd Müller, der auch die Torjägerkrone an den Oberhausener Lothar Kobluhn abtreten musste, ausgesehen hätte! Durch Treffer von Köppel und zwei Mal Heynckes gewinnt die Borussia in Frankfurt noch 4:1 und verteidigt damit den Meistertitel.

Doch ein Tag nach der Meisterschaftsentscheidung beherrschen negative Schlagzeilen das Bundesligageschäft. MItgeschnittene Telefongespräche beweisen, dass im Abstiegskampf manipuliert wurde. Der Bundesliga-Skandal nimmt seinen Lauf, in welchen der FC Bayern nicht verwickelt ist. Aber es gibt auch positive Meldungen im Fussball. Die Sperre von Gerd Müller wird mit Wirkung vom 18.Juni aufgehoben. Damit ist Müller im Pokalfinale gegen den 1.FC Köln dabei. Die Bayern atmen auf, denn unser treffsicherster Angreifer hatte sich auf dem Weg ins Finale als wahre Tormaschine präsentiert. Zehn der insgesamt sechzehn Treffer erzielte der “Bomber der Nation” im Pokalwettbewerb dieser Saison.

Vor dem Anpfiff des Finales im ausverkauften Stuttgarter Neckarstadion darf Müller dann sogar als erster deutscher Spieler überhaupt den “Goldenen Fussball” für den besten Spieler Europas des Jahres 1970 in Empfang nehmen. Im Endspiel selbst kann sich Müller ausnahmsweise mal nicht als Torschütze hervorheben, Im Gegenteil, lange Zeit sieht es nicht gut für die Bayern aus. Nach knapp einer Viertelstunde nutzt Bernd Rupp ein Missverständnis in der Bayern-Abwehr kompromisslos aus und bringt die Kölner in Führung. In der Folge entwickelt sich ein echtes Spitzenspiel, das anschließend einvernehmlich als das bis dahin beste Finale der Pokalgeschichte gewertet wird.

Besonders Franz Beckenbauer drückt der Partie seinen Stempel auf. So ist es auch der Kaiser höchstpersönlich, der in der 52.Spielminute den Ausgleich erzielt. “Der Franz riskiert jetzt viel mehr als früher. Wir haben uns schon daran gewöhnt, hinten öfter mal alleine zu sein”, bringen “Katsche” Schwarzenbeck die Offensiv Ausflüge seines Liberos nicht aus der Ruhe. Doch ab der 71.Minute müssen die Bayern nach einer Tatlichkeit von Koppenhöfer gegen Hannes Löhr und dem folgenden Platzverweis in Unterzahl gegen die Domstädter bestehen.

Aber auch mit zehn Mann haben die Bayern das bessere Ende für sich. Edgar Schneider, für “Bulle” Roth ins Spiel gekommen, erweist sich als echter Glücksgriff. Aus 20 Meter Entfernung drischt er zwei Minuten vor Ende der Verlängerung das Leder in den rechten Winkel des Kölner Tores. Der fünfte Bayernsieg im fünften Pokalfinale ist perfekt, während die mitgereisten 15.000 Bayern-Fans in einen Freudentaumel versetzt sind. Für Trainer Udo Lattek ist es der erste Titel. Es sollte nicht der letzte bleiben…

Erinnerungen aus dem Bayern Magazin


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