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15. Feb. 2010

Wie Dombi 1932 mit einer “Reisegesellschaft aus München” den Titel holte

Eine List des Trainers bescherte Bayern erstmals die Deutsche Meisterschaft

“Wir sind Deutscher Meister! Jahrzehntelang ein Traum – heute stolze Wirklichkeit!” So lautete die Schlagzeile in den Clubnachrichten des FC Bayern München im Juli 1932. Der Erfolgscoach hieß damals Richard Dombi. Bis es allerdings soweit war mit dem ersten Titelgewinn, musste “Little” Dombi, wie er von seinen Spielern aufgrund seiner Körpergröße genannt wurde, jedoch noch Schwerstarbeit leisten in der Saison 1931/32. Davon berichten wir in unserem zweiten Teil der Serie über unseren ersten Meistertrainer des FC Bayern, die der Würzburger Sportantiquar Andreas Wittner zusammengestellt hat.

Mit “Wiggerl” Hofmann, “Pötschge” Pöttinger und “Mile” Kuterer galt es in der Saison 1931/32 drei gestandene Internationale, wie die Nationalspieler damals genannt wurden, zu ersetzen. Die Stürmer Hofmann (250 Tore in 504 Spielen) und Pöttinger (375 Tore in 340 Spielen) mussten ihre Karriere verletzungsbedingt aufgeben. Kutterer, der langjährige Verteidiger, beendete seine Laufbahn beim FC Bayern. Zudem fielen mit Spielführer Conny Heidkamp und Sigmund Haringer im Meisterjahr zwei weitere Nationalspieler über längere Zeit aus.

Geschickt gelang es jedoch Trainer Dombi diese Korsettstangen der Mannschaft durch junge, begabte Nachwuchskräfte wie Breindl, Krumm, Rohr und Bader zu ersetzen. Zum sechsten Mal in Folge gewann der FC Bayern 1931/32 die Bezirksmeisterschaft von Sübayern. Und über die Spiele um die Süddeutsche Meisterschaft gelang es den Bayern zum vierten Mal nach 1926, 1928 und 1929 die Berechtigung zur Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zu erreichen.

In dieser wichtigsten Phase der Saison war es nun Richard Dombi selbst, bei der den Verantwortlichen und Aktiven des FC Bayern Besorgnis aufkommen ließ. Die Münchner Sportzeittschrift “Fußball” beschrieb die Situation eine Woche vor dem Endspiel in Nürnberg am 12. Juli 1932 gegen Eintracht Frankfurt folgendermaßen: “Dombi, der das Vertrauen seiner Vereinsleitung und Mannschaft in vollstem Maße genießt, sieht augenblicklich nicht besonders gut aus. Eine schwere Erkältung, eine Art Grenzfall von Lungenentzündung mit bösartighohem Fieber hätte ihn beinahe in diesen Wochen außer Gefecht gesetzt, in denen ihn die Mannschaft nötiger denn je braucht. Mit einer geradezu eisernen Energie ist Dombi der Krankheit Herr geworden. Die Spieler haben seine Sorge bisher keine Minute entbehren brauchen. Für Dombi gilt nur die Aufgabe, seine Mannschaft am 12. Juni um vier Uhr in der Form auf den Höhepunkt des Jahres darstellt. Dass er der richtige Mann ist, bezweifelt niemand, der den Werdegang der Bayern in diesem Jahr verfolgt hat, der das Gesicht der Mannschaft, wie sie jetzt steht, mit dem zu Saisonbeginn vegleicht. Dombi selbst schweigt sich über ´sein System´gründlich aus, man merkt nur seinen geradezu fanatischen Glauben an sich selbst, seine Mannschaft und den Enderfolg.”

Nach den Siegen in der im K.o.-System ausgespielten Vorrunde gegen den SC Minerva Berlin (4:2), den Polizei SV Chemnitz (3:2) und den 1. FC Nürnberg (2:0) stand der fc Bayern im 32. Jahr seiner Vereinsgeschichte also erstmal im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Am besagten 12. Juni hieß der Gegner in Nünrberg Eintracht Frankfurt. Um im Vorfeld unnötige Unruhe von der Mannschaft fern zu halten, ließ sich Dombi eine ganz besondere List einfallen. Es gelang ihm, den Aufenhaltsort der Bayern-Delegation bis einige Stunden vor Spielbeginn geheim zu halten. Während die Presse und die Fans sie in Fürth oder im Nürnberger Umland vermutetetn, residierte eine 20-köpfige “Reisegesellschaft” aus München unerkannt mitten in Nürnberg im “Württemberger Hof” gegenüber dem Hauptbahnhof.

Dombi ging sogar so weit, dass er außer Spielbetriebsobmann Harlander und Vizepräsident Hermann keine weitere Person einweihte. Die beiden Mitwisser mussten sich per Ehrenwort zum Stillschweigen verpflichten. Dies hatte zur Folge, dass Präsident Kurt Landauer wegen der auferlegten Unwissenheit sogar seinen Rücktritt in den Raum stellte. Aber auch hier gelang es dem Meistertrainer, dem ein sehr ausgeprägtes psychologisches Einfühlungsvermögen nachgesagt wurde, Herr der Lange zu bleiben und den Präsidenten von der Notwendigkeit seines Planes zu überzeugen. Der Ausgang des gewonnenen Endspieles, die Frankfurter Eintracht wurde mit 2:0 durch Tore von Rohr und Krumm geschlagen, sollte ihm im Nachhinein auf ganzer Linie recht geben.

Bei den sich anschließend ausgelassenen Feierlichkeiten in Nürnberg war er dann wohl einer der wenigen, die kühlen Kopf bewahrten. Schließlich fühlte er sich weiterhin für seine Schützlinge verantwortlich. In der Vereinschronik ist nachzulesen, “Um 4 Uhr früh mussten leider die beruflich ohne Urlaub gebliebenen den Zug nach München nehmen, um morgens um 8 Uhr pünktlich im Büro oder an der Arbeit zu sein, darunter unser Schmid Hansi und auch der Villinger Schmid. Dombi hatte seine liebe Mühe, sie alle noch rechtzeitig zum Zuge zu bringen.”

Wen verwundert es da, dass er von seinen Spielern fast abgöttisch verehrt wurde. Rechtsaußen “Berge” Bergmaier wusste im Herbst 1932 im “Fußball” unter der Überschrift “Für mich kommt nur Dombi in Frage!” Folgendes über seinen Trainer zu berichten: “Wenn unsere Mannschaft in diesem Jahre die Deutsche Meisterschaft erringen, wenn sie überhaupt die schweren Spiele durchsetzten konnte, die wir auf dem Weg ins Endspiel bestreiten mussten, dann hat unser prachtvoller Trainer ein Hauptverdienst daran. Ich wüsste niemand, der so bersorgt um seine Mannschaft ist, so jederzeit restlos für seine Leute da ist wie unser Dombi! Meister in der Behandlung von Verletzungen, die uns ja die Ligakämpfe leider in so überreichem Maß bescheren, ist er uns als Fitmacher und Mann, der seine Spieler in ständiger Kondition zu halten versteht, ein nicht wegzudenkender Faktor in unserer Elf.”

In den “Club-Nachrichten des FC Bayern” vom Juli 1932 beschließt der Chronist Sigillus seine Laudatio auf den Meistertrainer mit den Worten “Neben seinen ausgezeichneten Fähigkeiten als Sportlehrer ist er in diesen zwei Jahren der Mannschaft ein aufrichtiger Freund und Berater geworden, und es wäre zu wünschen, wenn er ihr und unserem Club noch lange erhalten bliebe.”

Die Geschichte wollte es jedoch, dass er dem FC Bayern lediglich noch ein gutes Dreivierteljahr erhalten bleiben sollte. Ebenso wie Präsident Kurt Landauer war Richard Dombi jüdischen Glaubens. Nach der politischen Machtergreifung der Nationalsozialitisten ließ der neu eingesetzte Reichsführer Hans von Tschammer und Osten Anfang Mai 1933 in einer Rundfunkrede unter anderem folgende Aussage verlautbaren: “Für uns bedeuten die Leibesübungen Dienst am deutschen Menschen, Erhaltung und Pflege unserer Rasse. Ich will nicht übe einen Kamm scheren, aber dass es dem jüdischen Turner und Sportler im neuen Deutschland nicht möglich ist, eine führende oder mitbestimmende Stellung einzunehmen, hat er unterdessen selbst eingesehen.”


3. Feb. 2010

Mit einem Paukenschlag der Bayern begann die Saison 1986/1987 im Münchner Olympiastadion. Knapp 60 Sekunden waren gegen den BVB absolviert, da traf Lothar Matthäus erst den Pfosten, dann die Latte, ehe Roland Wohlfarth den zweiten Abpraller zum 1:0 verwertete. Trotzdem die Partie nur 2:2 endete, zeigten sich die Münchner von ihrem Blitzstart in die Spielzeit beflügelt: Dem HSV und Gladbach bliesen sie in der Folge unterm Zeltdach jeweils mit 3:1 den Marsch und führten in der Liga bald den Taktstock. In den ersten Runden des Europapokals begleitete sie ebenfalls die Melodie des Erfolges.

Am 1.November jedoch klangen ihnen die Ohren: Leverkusens “One Hit Wonder” Christian Hausmann dröhnte durchs olympische Rund, Bayer siegte 3:0. Schnell fand das Bayern-Orchester nach dieser Störung aber wieder die richtigen Töne und ging punktgleich mit Spitzenreiter Hamburg in die Winterpause. Da nahm Manager Uli Hoeneß den Verlust der “zweiten Geige” DFB Pokal (0:3 in Düsseldorf) nicht weiter tragisch: “Im Europacup und Meisterschaft sind wir ja voll dabei!”

Diese Ziele im Blick, kehrten die Münchner aus dem Winterurlaub ins Olympiastadion zurück und lieferten ihren Fans unvergessene Highlights. Erst ein 5:0 gegen Anderlecht, dann ein 4:0 gegen den Club und am 8.April 1987 die Gala gegen Real. Die Königlichen kreuzten im Halbfinale des Landesmeistercups unterm Zeltdach auf – und kassierten eine legendäre Abreibung. Nach 37 Minuten hieß es 3:0, mit einer 1:4 Packung traten die Madrilenen die Heimreise an. Über 75.000 Zuschauer bejubelten ihre Bayern und wunderten sich aber über hitzköpfige Spanier, die ihre Niederlage noch mit zwei Platzverweisen “schmückten”.

Nachdem der FCB trotz roter Karte gegen Klaus Augenthaler auch den Hexenkessel “Bernabeu” überstanden hatte, griffen Latteks Mannen nach dem begehrten Henkeltopf. Die Krönung sollte im Wiener Finale erfolgen. Bis zu 78.Minute lief dank “Wiggerl” Kögls 1:0 alles nach Plan, ehe Madjer per Hacke und Juary das Spiel zu Gunsten des FC Porto drehten. “Darüber ärgere ich mich heute noch schwarz”, saß dieser Stachel bei Lattek auch Jahre später noch tief. Die im Anschluss gesicherte zehnte Meisterschaft konnte die Münchner ebenso wenig trösten wie die fast makellose Bilanz der Saison: nunmehr alleiniger Rekordmeister, bei nur einer Niederlage in der Bundesliga auswärts ungeschlagen, in 46 Pflichtspielen ganze vier Pleiten – aber eben leider eine entscheidende am 27.Mai in Wien. Am 08.August füllten wieder die Bayern Fans das weite Rund des Olympiastadions. Das erste Heimspiel unter dem neuen Coach Jupp Heynckes stand an und der FC Bayern fegte den HSV vor 63.000 Zuschauern 6:0 vom Platz. 18 Tage darauf sahen sogar knapp 78.000 Zuschauer einen 1:0 Erfolg gegen den 1.FCN. Fortan begeisterten die Münchner ihr Publikum im Olympiastadion wieder mit bester Offensivkunst, wie etwa beim 8:1 gegen Schalke. Leider waren ihre Leistungen zu schwankend, so dass Titelverteidiger FC Bayern trotz 83 erzielter Tore die Schale den Bremern überlassen musste.

Beispielhaft für die fehlende Konstanz war das Viertelfinal-Hinspiel im Europacup der Landesmeister. Erneut ging´s gegen Real, erneut stand es 3:0 und 72.000 machten sich wie ein Jahr zuvor auf, ein Fussballfest zu feiern. Zwei Abwehrfehler bereiteten der Hochstimmung jedoch ein jähes Ende. Butragueno und Co. verkürzten kurz vor Schluss auf 2:3 und warfen die Bayern in Madrid mit 0:2 aus dem Wettbewerb. Ebenfalls in der Runde der letzten Acht endete für die Münchner der DFB Pokal und damit zogen die Bayern ohne Titel von dannen.


28. Jan. 2010

“Im ganzen war 1978/79 nicht mehr so schlimm wie die Spielzeit davor. Vom Hochhausaufzug, der laufend mit 180 Sachen vom Keller in den 45.Stock und zurück raste, waren wir in einen Paternoster umgestiegen”, freute sich Torhüterlegende Sepp Maier nach dem Chaos-Jahr 77/78 über einen FC Bayern in deutlich ruhigeren Fahrwassern. Das Traumpaar “Breitnigge” – Karl-Heinz Rummenigge und Paul Breitner – fand sich, eine neue Erfolgsära kündigte sich an. Erstes Signal: Im Olympiastadion hingen die Trauben für die Gäste wieder höher. Die Münchner mussten nur zwei Heimpleiten in der Liga hinnehmen, eine davon beim 0:1 gegen den späteren Meister HSV. Dem gegenüber standen allerdings eine Reihe Kantersiege wie etwa ein 5:1 gegen Double-Gewinner Köln. Und selbst der “Kaiser” kam nicht ungeschoren davon. Mit Cosmos New York kassierte Franz Beckenbauer in einem Freundschaftsspiel vor 78.000 Zuschauern in der olympischen Arena eine 1:7 Abfuhr.

Ganz ohne böse Überraschungen verlief aber auch diese Saison nicht. In Runde zwei des DFB-Pokals erlebte der FC Bayern eine 4:5 Heimblamage gegen den Zweitligisten VfL Osnabrück. Selbst der stürmende Maier Sepp (”Ich wollte unseren Angreifern mal zeigen, wo das gegenerische Tor steht!”) konnte den peinlichen K.-o. nicht verhindern. In der Bundesliga schmerzte ein 1:7 in Düsseldorf, ins Rennen um den Titel griffen die Bayern nicht ein. Der Grund: Interne Querelen, die in der Entlassung von Coach Gyula Lorant (Dezember´78) und dem Rücktritt von Präsident Wilhelm Neudecker (Frühjahr´79) gipfelten. Neuer Trainer wurde Lorants Assistent Pal Csernai – sehr zum Leidwesen von Gerd Müller. Der Ungar und der Jahrhundert-Torjäger waren wie Hund und Katz. Schließlich nahm der “Bomber der Nation” leise Abschied. Ab Sommer 1979 “müllerte” es nicht mehr im Olympiastadion, sondern in Fort Lauderdale. Zum neuen “Präse” wurde Willi O.Hoffmann gewählt und Uli Hoeneß (damals 27) startete seine einzigartige Managerkarriere. Die Bundesliga beendeten die Bayern mit einem 2:1 bei Meister HSV. Nach einem Jahr Pause bedeutete Platz vier zumindest wieder die Teilnahme am Europacup.

Ganz ohne München kamen die kontinentalen Wettbewerbe aber schon 78/79 nicht aus. Am 30.Mai 1979 bildete das Olympiastadion erstmals die herrliche Kulisse für das Finale im Landesmeister-Cup. 57.000 Zuschauer sahen Nottingham Forest unter Manger-Legende Brian Clough 1:0 gegen Malmö siegen.

So feierlich die Spielzeit für das Olympiastadion endete, so bitter begann die nächste für den FC Bayern. Sepp Maier erlitt im Juli 1979 bei einem Autounfall schwere Verletzungen und musste seine Karriere beenden. Ein Jahr nach dem fatalen Crash sagte die “Katze von Anzing” beim festlichen Abschiedsspiel gegen die Nationalmannschaft “Servus” – Emotionen pur unterm Zeltdach, die legendäre Achse Maier-Beckenbauer-Müller war endgültig Geschichte.

Nach “Katsche” Schwarzenbecks verletzungsbedingtem Aus im August 1979 stand mit Bernd Dürnberger nur noch ein Leistungsträger der triumphalen 70er im Kader. Aber neue Meister Bayern sprangen in die Bresche. Manager Hoeneß und Trainer Csernai hatten um Kapitän Breitner und Torjäger Rummenigge ein schlagkräfitges Team zusammengestellt. Zunächst meldete sich der FCB im Europapokal zurück, wo mit weißer Heimweste erst im Halbfinale gegen den späteren UEFA-Cup-Sieger Eintracht Frankfurt das Aus kam. In der Bundesliga konnte die Münchner keiner aufhalten: Am 31.Mai 1980 präsentierten sie im Olympiastadion endlich wieder die Meisterschale – ihre sechste. Über 70.000 feierten die Bayern, die in einem furiosen Saisonendspurt Titelverteidiger HSV in die Knie gezwungen hatten – nicht zuletzt dank ihrer Heimstärke (nur Köln siegte glücklich in München) und zweier viel umjubelter Derby-Erfolge (2:1 und 6:1) gegen Aufsteiger 1859 vor jeweils 78.000 Zuschauern. Die Presse schwärmte vom “Traumfussball”, feierte vor allem Überflieger Karl-Heinz Rummenigge. Der Torschützenkönig der Bundesliga krönte eine “rote” Spielzeit schließlich noch mit einem EM-Triumph im Nationaltrikot und wurde Deutschlands sowie Europas “Fussballer des Jahres”. Ein neuer Weltstar war geboren, der dem FCB auch in den kommenden Jahren Trophäengarant sein sollte.


20. Jan. 2010

Die ARD hat vor ein paar Tagen ein tolles Portrait über unseren Präsidenten Uli Hoeneß gezeigt. Zum Glück haben wir die Aufnahmen bei Youtube gefunden. Schaut euch das tolle Portrait an! In den Aufnahmen kommen neben Uli Hoeneß, Mehmet Scholl, Gerd Müller, Paul Breitner, Franz Beckenbauer und einige Jugendfreunde zu Wort.






18. Jan. 2010

1982/83 in der Liga nur Platz vier und im Europacup an Aberdeen gescheitert!

Die Herbstmeisterschaft wurde in der Saison 1982/83 zwar knapp verpasst, aber mit Tabellenplatz zwei und dem Erreichen des Viertelfinales im Europapokal der Pokalsieger standen die Chancen des FC Bayern sehr gut auf eine erfreuliche Rückrunde.

Mit einem Hallentunier in der Schweiz, einem Freundschaftsspiel in Frankreich, einer Vorbereitungspartie gegen den VfB Stuttgart und dem Ablösespiel für Jean-Marie Pfaff in Belgien gestalteten sich die Vorbereitungen auf die zweite Saisonhälfte 1982/83 recht abwechslungsreich. Ernst wurde es dann am 18.Bundesliga-Spieltag mit einem Heimspiel gegen Werder Bremen. Nur 18.000 Zuschauer froren im Olympiastadion, in dem auch das magere 1:1 nicht zur Erwärmung beitrug. Das sah in den beiden nachfolgenden Begegnungen jedoch schon ganz anders aus. In Düsseldorf gab es mit einem 5:3 Sieg ein äußerst seltenes Ergebnis, bei dem es den Bayern erst in den letzten 15 Minuten durch Dürnberger und Dremmler gelang, die Führung herauszuschießen. Einmal in Schwung gekommen, ging im darauf folgenden Heimspiel der Karlsruher SC 1:6 in München unter, wobei der 5:0 Halbzeitstand zunächst noch Spektakuläres versprach.

Von einem ernüchternden 1:1 in Leverkusen mal abgesehen, war es dann Arminia Bielefeld, das mit 0:5 in München die Segel streichen musste. Dieser Lauf fand, wie schon so oft in den letzten Jahren, im Frankfurter Waldstadion ein Ende Der verschossene Elfmeter von Paul Breitner verhinderte die 0:1 Niederlage leider nicht.

Auf europäischer Bühne galt es den Einzug ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger sicherzustellen, Der Verein hatte zwar seinen Schuldenberg merklich abbauen können, doch zusätzliche Einnahmen hätten auch aus diesem Grund dem FCB gut getan. Gegner im Viertelfinale war der schottische Pokalsieger FC Aberdeen. Das Hinspiel in München wurde von den Bayern allerdings nicht zur Schaffung einer einigermaßen beruhigenden Ausgangsposition genutzt. Nur 0:0 lautete das Endergebnis nach 90 Minuten. Ob das reichen würde?

Hiernach sah es im ausverkauften Pittodrie-Stadion zunächst tatsächlich auch aus, denn Klaus Augenthaler brachte den FC Bayern mit 1:0 in Front. Nach dem Ausgleich war es Hans Pflügler, der in seinem ersten Europacup-Einsatz von Beginn an für die 2:1-Führung in der 61.Minute sorgte. Nun hätten die Schotten noch zwei Tore zum Weiterkommen schießen müssen. Und das taten sie leider auch. Innerhalb von nur 40 Sekunden drehten sie die Partie. Nach Liverpool und Aston Villa war man nun erneut an einer britischen Mannschaft gescheitert. Aberdeen hingegen schaffte es bis ins Finale und gewann dort sogar gegen Real Madrid.

In der Bundesliga konnte der FC Bayern zwar Anschluss an den Tabellenführer Hamburger SV halten, aber an einen Wechsel an der Tabellenspitze war nicht zu denken. Die beiden Tabellennachbarn gewannen und strauchelten gemeinsam. Keiner profitierte vom anderen. Als die Bayern dann einmal zu viel strauchelten, mussten sie sogar noch Werder Bremen an sich vorbeiziehen lassen. Der Mannschaft schien endgültig die Puste auszugehen, als sie zum wiederholten Mal den verletzungsbedingten Ausfall ihres Regisseurs Paul Breitner in Kauf nehmen musste. Der Kapitän plagte sich in jener Saison mit so ziemlich allen Verletzungen herum, die so ein Krankenblatt hergeben kann: Oberschenkelzerrung, Kapselriss, Bänderriss und Absplitterung im Sprunggelenk.

Zum Ende der Saison musste die Mannschaft auch wieder empfindliche Niederlagen einstecken. Einem 0:2 in Köln folgte zu Hause ein 0:1 gegen Kaiserslautern. Das war zuviel für das Präsidium. Der öffentliche Druck auf Pal Csernai nahm nun auch lautstarke Formen von den Rängen im Olympiastadion an. Nach 50 Monaten endete seine Zeit als Cheftrainer beim FC Bayern. Nachfolger wurde für die restlichen drei Saison-Spiele, der bisherige Co-Trainer Reinhard Saftig. Er war damit der 7.Bayern-Trainer seit Bundesligazugehörigkeit 1965.

Mit einem 4:4 bei Borussia Dortmund verschaffte sich Saftig einen durchaus gelungenen Einstand. Als die Mannschaft am vorletzten Spieltag, zu Hause gegen Schalke 04, in der 72.Minute immer noch 0:1 hinten lag, wechselte sich Paul Breitner auf eigenes Betreiben, aber durchaus in Absprache mit Saftig und Uli Hoeneß quasi selbst ein. Zu Spielbeginn noch in zivil auf der Ersatzbank sitzend, versuchte er, einer Verzweiflungstat gleich, der Mannschaft die nötigen Impulse zu geben. Verletzt rieb er sich jedoch in Zweikämpfen auf und konnte auch nicht mehr die Wende herbeiführen. Es war letzte Pflichtspiel von einem der sechs Weltmeister von 1974 im Dress des FC Bayern.

Mit einem 3:2 Auswärtssieg in Nürnberg und einer Asientournee (Breitner kassiert im letzten Spiel noch mal eine rote Karte) beendete der FCB die Saison 1982/83. Tabellenplatz vier in der Bundesliga berechtigte zur Teilnahme am UEFA Cup in der kommenden Saison. Das Spiel der Bayern stand nicht nur in Abhängigkeit von Regisseur Paul Breitner, sondern lebte maßgeblich auch von der Treffsicherheit des Sturmduos Dieter Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. Beide erzielten für die Mannschaft exakt die Hälfte der Bundesliga-Tore. Deutscher Meister wurde zum sechsten Mal der Hamburger SV, der mit seinem Trainer Ernst Happel die wohl beste Spielzeit der Vereinsgeschichte hinlegte und schließlich sogar gegen Juventus Turin mit 1:0 den Europapokal der Landesmeister gewann.


7. Jan. 2010

Breitner und Rummenigge führen die Bayern unter Pal Csernai zur Meisterschaft

Der FC Bayern hatte sich Ende der 70er Jahre wieder sportlich gefestigt. Männer wie Willi O.Hoffmann als Präsident, Uli Hoeneß als Manager und Trainer Pal Csernai läuteten an der Spitze des Vereins das neue Jahrzehnt ein. Auf dem Rasen machte das Duo “Breitnigge” weiter von sich Reden und zog zukünftige Stars im damaligen Kader mit. Ob sie nun Dieter Hoeneß, Kurt Niedermayer, Wolfgang Dremmler oder Klaus Augenthaler hießen: Hier wuchs etwas heran.

Dennoch begann das neue Fussballjahr alles andere als verheißungsvoll. Nach nur zwei Freundschaftsspielen mit Siegen in Würzburg und Ingolstadt machten in den beiden ersten Pflichtspielen zwei 0:1 Auswärtsniederlagen dem Team zu schaffen. Die Rückrunde begann wegen der anstehenden EM in Italien relativ früh und startete mit dem Spiel in der 3.Runde des DFB Pokals gegen die SpVgg Bayreuth. Auf schneebedecktem Rasen wussten die Mannen um Paul Breitner am 12.Januar 1980 kein Mittel gegen den tapfer kämpfenden Zweitligisten, ließen nach dem frühen “Tor des Tages” jegliches Aufbäumen vermissen und verabschiedeten sich aus dem Wettbewerb. Eine Woche später revanchierte sich Bayer Leverkusen für seinen Fehlstart in die mittlerweile 25-jährige Bundesligazugehörigkeit und schickte den FCB mit 0:1 vom Rhein zurück an die Isar. Das saß.

Die anstehenden Aufgaben im UEFA-Cup ließen noch ein bisschen auf sich warten, und so galt die ganze Konzentration nun der Bundesliga. Einem 3:1 Heimerfolg gegen Schalke 04 folgte prompt eine gleich lautende Auswärts-Schlappe gegen den HSV. Von Augenthalers Eigentor mal abgesehen, hatte das Spiel im Volksparkstadion jedoch noch eine weitere Besonderheit zu bieten: Nachdem Schiedsrichter Linn ein klares, elfmeterreifes Foul an Breitner außerhalb des Strafraum verlegte und einen Abstand der HSV-Mauer beim Freistoß von vier Metern aktzeptierte, reklamierte der Bayern-Kapitän. Die fällige vierte gelbe Karte führte zu einem Spiel Sperre. Breitner klagte dagegen vor dem DFB-Sportgericht. Die Klage wurde zwar inhaltlich zurückgewiesen, aber als formal grundsätzlich statthaft bestätigt. Ab sofort waren damit juristische Einsprüche gegen Schiedsrichter-Entscheidungen seinerzeit möglich.

Wie gut, dass nun zwei Heimspiele in Folge anstanden. Erneut 3:1 lautete das Ergebnis. Diesmal gegen Mönchengladbach. Es folgte ein 3:0 Erfolg gegen Bochum, bei dem Wintereinkauf und Abwehrspieler Jan Einar Aas aus Norwegen in seinem fünften Pflichtspiel zum ersten und leider auch zum letzten Mal für den FC Bayern traf. Karl-Heinz Rummenigge, der angesichts einer hervorragenden Saison internationales Interesse auf sich zog, verlängerte seinen Vertrag bis 1985, den er jedoch nichgt ganz erfüllen sollte.

Nach einem 1:1 in Berlin begannen die “Pfälzer Wochen” mit einem dreifachen Aufeinandertreffen mit dem 1.FC Kaiserslautern, das nur von einem erneuten 3:1 Heimsieg gegen Duisburg kurz unterbrochen wurde. Den Auftakt bildete das Hinspiel im Viertelfinale des UEFA-Cups auf dem Betzenberg. Mit einer 0:1 Niederlage konnte der Schaden dabei einigermaßen in Grenzen gehalten werden. Zehn Tage später machte man es in der Liga mit einem 1:1 an gleicher Stelle etwas besser. Auf Platz zwei der Tabelle stehend, ließ sich der ansonsten vorsichtige Csernai zu der Aussage verleiten, “dass die deutsche Meisterschaft im Bereich unserer Möglichkeiten liegt”. Eine für ihn geradezu kühne Prognose. Mitte März folgte das Viertelfinal-Rückspiel im Olympiastadion, das man mit 4:1 jedoch deutlich für sich entscheiden konnte.

Die folgende Auslosung zum UEFA-Cup-Halbfinale geriet zur rein deutschen Angelegenheit. Während Stuttgart auf Mönchengladbach traf, wurde der zweite Endspielteilnehmer zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt ermittelt, wobei die Eintracht mit 0:2 und 5:1 nach Verlängerung das Finale erreichte. Erneut war man an Frankfurt gescheitert. Erst im Halbfinale des DFB-Pokals 1973 und nun zweimal in Folge im UEFA-Cup.

Wenigstens hatte man zwischendurch mit Volldampf Kurs auf die Meisterschaft genommen. Von einem 0:1 Ausrutscher in Dortmund mal abgesehen, paarten sich Auswärtssiege in Köln und Uerdingen mit eindrucksvollen Heimsiegen. Ein 7:0 Erfolg über Werder Bremen trug dabei zum Abstieg der Hanseaten wenige Wochen später bei. Paul Breitner, der sich in dieser Saison fortlaufend mit Achillessehnen-Problemen plagte, wirkte ausgebrannt. Csernai griff in die “Trickkiste” und genehmigte dem Kapitän einen in Mannschaft und Presse unpopulären Sonderurlaub von drei Tagen. Mit zwei Toren beim 6:1 Derbysieg zahlte der Mittelfeldregisseur das Vertrauen des Trainers zurück. Diese Torflut in der Partie gegen den TSV 1859 und der klare 6:0-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf waren nicht nur schön, sie waren auch in dieser Höhe bitter nötig. Den Hamburger SV hatte man nämlich nun nach Punkten und Toren eingeholt, am vorletzten Spieltag sogar überholt.

Am letzten Spieltag sorgten noch einmal Breitner und Rummenigge mit ihren Toren zum 2:0 Sieg über Eintracht Braunschweig für einen schönen Schlusspunkt zur sechsten deutschen Meisterschaft. Der Lippstädter trug mit seinen 26 Toren dabei maßgeblich zum Titelgewinn bei. Ein Erfolg, der ihm auch erstmalig die Torjägerkanone bescherte. Der Jubel nach dem Schlusspfiff im Stadion und später dann auf dem Marienplatz zeigte deutlich, dass Titelgewinne nach vier Jahren Durststrecke von Verantwortlichen und Fans längst nicht mehr als etwas Selbstverständliches verstanden wurden.


30. Dez. 2009

Nach 7:1 Sieg gegen die Löwen – Start in die Saison der Rekorde

Während Fussball-Deutschland in erster Linie über den Bundesliga-Skandal diskutiert, in dem Spieler und Vereine im Abstiegskampf der vergangenen Saison Spiele manipuliert hatten, startet der FC Bayern, als einer der Vereine mit “weißer Weste” mit großen Ambitionen in die Spielzeit 1971/72, welche die letzte im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße war. Im Sommer 1972 soll der Umzug ins neue Olympiastadion erfolgen.

Vor allem die am letzten Spieltag an Borussia Mönchengladbach verlorene Meisterschaft wollen die Mannen von Trainer Udo Lattek, dem es in dieser Saison gelang die Nachwuchsspieler Uli Hoeneß, Paul Breitner, Willi Hoffmann und Edgar Schneider in die Mannschaft zu integrieren, wieder an die Isar holen. Gegen die Verteidigung des DFB-Pokals, der in dieser Saison erstmalig mit Hin-und Rückspiel ausgetragen wurde, hätte man natürlich auch nichts einzuwenden.

Die Vorbereitung bestreitet unser Team diesmal mit einem wahren Spiele-Marathon. Gleich am ersten Trainingstag nach der Sommerpause treten Beckenbauer & Co. beim FC Garmisch an. Bis zum 10.August gibt es fast jeden Tag ein Freundschaftsspiel, insgesamt 16 Partien! Höhepunkt der Vorbereitung ist sicher das Derby gegen den damaligen Regionalligisten TSV 1859 München. 36.000 Zuschauer sehen eine hochüberlegene Mannschaft in Rot, die nach dem 0:1 Rückstand aufwacht und den Gegner nach Belieben dominiert. Der 7:1 Erfolg bedeutet den höchsten Derbysieg nach dem Krieg. Nach der ungewöhnlichen Vorbereitung kommt unsere Mannschaft zunächst nur zögerlich in Tritt. Am ersten Spieltag kann Franz Krauthausen die Führung von Aufsteiger Fortuna Düsseldorf noch vor der Pause ausgleichen. Bei Temperaturen von 35 Grad Celsius im Grünwalder Stadion schießen Breitner und Beckenbauer den standesgemäßen 3:1 Erfolg heraus.

Am zweiten Spieltag erwartet der Vorjahresdritte Hertha BSC mit 73.000 Fans im Berliner Olympiastadion den Vizemeister. Uli Hoeneß und Gerd Müller können die zweimalige Führung der Berliner jeweils ausgleichen, so dass ein Punkt beim FC Bayern bleibt. Auch im zweiten Heimspiel der Saison gegen Eintracht Braunschweig geht der Gast zunächst in Führung. Unsere Mannschaft, die unter der Woche noch an einem Turnier in Barcelona teilgenommen hat, kann das Spiel jedoch wieder drehen. Nach dem postwendenen Ausgleich von Johnny Hansen, erzielen Rainer Zobel und zweimal Beckenbauer in der letzten Viertelstunde die Treffer zum 4:1 Erfolg.

Drei Tage später im Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Oberhausen ist es wiederum ein später Treffer, der den “Rothosen” einen Punkt bringt. Johnny Hansen trifft in der 82.Minute zum 1:1. Obwohl in den ersten vier Partien spielerisch noch nicht alles nach Wunsch, zeigt die Mannschaft Moral und kämpferische Fähigkeiten; und obwohl insgesamt fünfmal in Rückstand geraten, verliert sie kein Spiel und holt 6:2 Punkte, was den zweiten Tabellenplatz hinter Schalke bedeutet.

Am fünften Spieltag kommt es dann vor 40.000 Zuschauern an der Grünwalder Staße zum Topmatch gegen den Meister Mönchengladbach. Haben die Niederrheiner in der letzten Saison unserer Elf am letzten Spieltag noch den Titel vor der Nase weggeschnappt, lässt sie diesmal keine Zweifel an der neuen Hackordnung in Deutschland aufkommen. Ab der ersten Minute setzt die Elf um den überragenden Mittelfeld-Motor “Bulle” Roth die Borussen unter Druck. Die Tore von Roth und Hoeneß in der ersten halben Stunde sind letztendlich die logische Folge dieser Überlegenheit. Obwohl die Bayern weiterhin das Spiel bestimmen, fallen keine weiteren Tore mehr. Brenzlig fürs Bayern-Tor wird es noch einmal als Gerd Müller (!) auf der Torlinie klären muss.

Beflügelt von diesem Erfolg kann die Elf um Franz Beckenbauer auch den Betzenberg erklimmen. Unser Kapitän bestreitet sein 200.Bundesligaspiel an seinem 26.Geburtstag. Rainer Zobel und Gerd Müller schenkten ihm jeweils ein Tor beim 2:0 Erfolg. Der FC Bayern bleibt punktgleich mit Tabellenführer Schalke 05 auf dem zweiten Tabellenplatz.


21. Dez. 2009

Meister im Pokal-Finale 1:2 gegen Uerdingen / Everton im Europacup zu stark

Von wegen Aufbau- oder Übergangsjahr! Nahezu alle Neuverpflichtungen zu Beginn der Saison 1984/85 erwiesen sich als Volltreffer und verstärkten den Kader des FC Bayern nachhaltig. Als Herbstmeister konnte nicht nur die Rückrunde der Bundesliga mit Volldampf in Angriff genommen, sondern mit den anstehenden Viertelfinal-Spielen im DFB Pokal und im Europapokal der Pokalsieger sogar noch weitergehende Ambitionen unterstrichen werden.

Mit der Teilnahme an drei Hallentunieren sowie fünf weiteren Freundschaftsspielen (u.a. in Casablanca) ging es 1985 gut gerüstet in die Rückrunde, die mit einem ersten kleinen Dämpfer in der Bundesliga begann. Gegen Arminia Bielefeld reichte es nur zu einem 3:3 im Olympiastadion. Beim anschließenden Spiel in Bremen setzte es gar eine 2:4 Niederlage. Zwar kam es danach zu einem knappen Heimerfolg über Bayer 05 Uerdingen, doch dieses kleine Hoch war auch schon im Westfalenstadion zu Ende, als gegen Borussia Dortmund, die gegen den Abstieg spielte, nur 1:1 gespielt wurde. Was war los? Waren die Erwartungen nach der überraschend guten Hinrunde vielleicht doch zu groß? Immerhin konnte die Tabellenspitze nach wie vor behauptet werden.

Im Europapokal wartete mit dem AS Rom nun ein echter Kracher, bei dem sich die Bayern im Hinspiel durch einen 2:0 Sieg eine hervorragende Ausgangssituation für das Rückspiel auf italenischem Boden holten. Doch auch im Olympiastadion zu Rom setzte sich der deutsche Pokalvertreter mit einem Sieg durch. 2:1 lautete das Auswärts-Ergebnis, zu dem insbesondere Ludwig Kögl nach seinen jeweiligen Einwechslungen immer wieder mit gefährlichen Dribblings ganz erheblich beigetragen hatte. Ihm blieb es vorbehalten, seine famose Leistung mit einem Siegtreffer zu krönen.

Dermaßen beflügelt wurde auch die Hürde im nationalen Pokal souverän genommen. Im Ulrich-Haberland-Stadion zu Leverkusen setzte sich der Titelverteidiger ohne große Mühe mit 3:1 gegen Bayer 04 durch. Prompt lief es auch in der Liga wieder besser. Zu den teilweise auch torreichen Erfolgen über Köln, Stuttgart, Düsseldorf und Schalke gesellten sich auswärts auch Unentschieden in Mannheim und Frankfurt. EIne gute Punkteausbeute im März des Jahres 1985, die für eine breite Brust bei den zukünftigen Aufgaben in den beiden Pokalwettbewerben sorgen würde – so dachte man.

Doch die Mannschaft tat sich schwer. Im Halbfinale des DFB-Pokals kam es mit Borussia Mönchengladbach, immerhin aktueller Tabellendritter der Liga, zur Neuauflage des letzten Endspiels. Als es in München nach 90 Minuten immer noch 0:0 stand, erlebten immerhin 52.000 Zuschauer ein Novum: Im 25.DFB-Pokalspiel des FC Bayern im Olympiastadion ging es erstmals in die Verlängerung. In dieser sorgte ein Elfmeter der Marke “musste-man-nicht-geben” für die Entscheidung. Sören Lerby verwandelte sicher. Glück gehabt!

Nach dem Hinspiel der Europapokal-Halbfinalbegegnung gegen den FC Everton machte sich allerdings Ernüchterung breit. Die starken Engländer ertrotzen sich im Olympiastadion ein 0:0. Im Rückspiel hätte der FC Bayern gegen den kleineren der beiden Liverpooler Klubs beinahe für eine echte Überraschung gesorgt, denn Dieter Hoeneß sorgte mit seinem Treffer für die 1:0 Pausenführung. Doch die Engländer fingen sich relativ rasch, antworteten mit zwei Toren zur eigenen Führung und ließen kurz vor Schluss noch das 3:1 folgen. Ein echtes Ärgernis, denn nach Liverpool FC, Aberdeen, Aston Villa und Tottenham war der FCB damit bereits nun schon zum fünften Mal in Folge an einer britischen Mannschaft gescheitert. Everton setzte sich übrigens im Endspiel gegen Rapid Wien durch und gewann seinen bis heute einzigen europäischen Titel.

Zurück in die Bundesliga. Dort kassierte die Mannschaft in Hamburg ihre zweite Rückrunden-Niederlage. Da jedoch ein Spieltag später die “Elf vom Niederrhein” erneut, und zwar diesmal deutlich, mit 4:0 im Olympiastadion besiegt werden konnte, war die Truppe von Udo Lattek wieder auf Kurs. Nach einem Auswärtspunkt in Bochum und zwei doppelten Punktgewinnen über Leverkusen und Karlsruhe, steuerte das Team zielgerichtet dem möglichen zweiten Double der Vereinsgeschichte nach 1969 entgegen.

Das daraus nichts wurde, ist eine der überraschendsten Endspiel-Entscheidungen des DFB-Pokals. Der DFB hatte sich zuvor, nachdem das Finale jährlich wechselnd irgendwo in der Republik – aber meist in Frankfurt – stattfand, erstmalig dazu entschlossen, sich auf einen dauerhaften Endspielort festzulegen. Hierfür wurde die geteilte Stadt Berlin auserkoren. Eine sehr gute Idee, bis sich dafür eines Tages mal die Profis der Hertha qualifizieren sollten…

Für die Bayern ging die Premiere daneben. Gegen den vermeintlichen Underdog, Bayer 05 Uerdingen, sorgte zwar Hoeneß schnell für die erwartete Führung, doch die Kicker des Chemie-Riesen sorgten postwendend für den Ausgleich. Als Wolfgang Dremmler unmittelbar zu Beginn der zweiten Halbzeit die Rote Karte kassierte, verlor die Mannschaft die Linie und durch ein weiteres Tor der Bayer-Elf schließlich sogar das Spiel. Aber nicht nur das. In seiner achten Endspiel-Teilnahme im DFB Pokal zog der FC Bayern erstmals den Kürzern. Den beeindruckenden Nimbus eines ungeschlagenen Finalisten war der FCB, nach 1982 gegen Aston Villa, nun auch national los. Schade.

Jetzt aber galt alle Konzentration der Meisterschaft, in der noch zwei Spieltage zu absolvieren waren. Mit einem glatten 3:0 Heimsieg über Kaiserslautern schuf man sich eine vorentscheidende Ausgangsposition für den letzten Spieltag in Braunschweig, wo ein Unentschieden gereicht hätte. Der einzig verbliebene Konkurrent um den Titel war Werder Bremen. Die Hanseaten traten allerdings zeitgleich bei Borussia Dortmund an, denen immernoch der Abstieg drohte. Davon befreiten sie sich jedoch mit einem 2:0 über den SVW, so dass der 1:0 Sieg durch den Treffer von Dieter Hoeneß in Braunschweig nur noch das Sahnehäubchen auf einer turbulenten Saison darstellte, die mit der achten Meisterschaft gekrönt wurde.


5. Dez. 2009

Jubel zum Saisonabschluss 1971 trotz des Scheiterns in der Meisterschaft.

Die Spannung bis zum Saisonabschluss ist in der Spielzeit 1970/1971 garantiert. Seit Monaten marschieren Borussia Mönchengladbach und der FC Bayern gleichauf in Richtung Meisterschale. Am vorletzten Spieltag liegen die Fohlen vom Niederrhein bei Punktgleichheit einen einzigen Treffer vor den “Rothosen”. Ausgerechnet in dieser wichtigen Entscheidungsphase der Meisterschaft werden Gerd Müller und Charly Mrosko vom DFB-Sportgericht für acht bzw. zwei Wochen vom Spielbetrieb gesperrt.

Unglaubliche Begründung sind dubiose Platzverweise vor fünf Monaten bei einem Freundschaftsspiel in Peru! Beiden hatten bisher immerhin 30 der 70 Treffer erzielt, was den Sturmdrang natürlich erheblich hemmte. Dennoch wird durch Treffer von Beckenbauer, Zobel, Brenninger und Hoeneß die Eintracht aus Braunschweig deutlich mit 4:1 geschlagen. Borussia Mönchengladbach gewann zeitgleich 4:3 gegen Rot-Weiß Essen. Das bedeutet, dass der FC Bayern am vorletzten Spieltag mit einem Tor Vorsprung die Tabellenspitze übernahm. Größere Spannung ist kaum mehr möglich!

Der letzte Spieltag lässt die Bayern bei den “Zebras” vom MSV Duisburg gastieren, während Borussia Mönchengladbach bei der Frankfurter Eintracht antritt. Bis zur Halbzeit läuft alles nach Plan. Das 0:0 lässt die Titelhoffnung wachsen, denn Gladbach kommt in Frankfurt bis zu diesem Zeitpunkt auch nur zu einem 1:1. Doch in der hitzigen Atmosphäre im Wedaustadion (der Münchner Merkur berichtet von “skandalösen Begleitumständen” und “Südamerika-Fussball”) – kann unsere Mannschaft in der zweiten Hälfte nicht mehr dagegenhalten und verliert nach einem Doppelschlag von Rainer Budde 0:2. Dabei bleibt der FC Bayern erstmals seit acht Monaten ohne Torerfolg. Wer weiß, wie es mit Gerd Müller, der auch die Torjägerkrone an den Oberhausener Lothar Kobluhn abtreten musste, ausgesehen hätte! Durch Treffer von Köppel und zwei Mal Heynckes gewinnt die Borussia in Frankfurt noch 4:1 und verteidigt damit den Meistertitel.

Doch ein Tag nach der Meisterschaftsentscheidung beherrschen negative Schlagzeilen das Bundesligageschäft. MItgeschnittene Telefongespräche beweisen, dass im Abstiegskampf manipuliert wurde. Der Bundesliga-Skandal nimmt seinen Lauf, in welchen der FC Bayern nicht verwickelt ist. Aber es gibt auch positive Meldungen im Fussball. Die Sperre von Gerd Müller wird mit Wirkung vom 18.Juni aufgehoben. Damit ist Müller im Pokalfinale gegen den 1.FC Köln dabei. Die Bayern atmen auf, denn unser treffsicherster Angreifer hatte sich auf dem Weg ins Finale als wahre Tormaschine präsentiert. Zehn der insgesamt sechzehn Treffer erzielte der “Bomber der Nation” im Pokalwettbewerb dieser Saison.

Vor dem Anpfiff des Finales im ausverkauften Stuttgarter Neckarstadion darf Müller dann sogar als erster deutscher Spieler überhaupt den “Goldenen Fussball” für den besten Spieler Europas des Jahres 1970 in Empfang nehmen. Im Endspiel selbst kann sich Müller ausnahmsweise mal nicht als Torschütze hervorheben, Im Gegenteil, lange Zeit sieht es nicht gut für die Bayern aus. Nach knapp einer Viertelstunde nutzt Bernd Rupp ein Missverständnis in der Bayern-Abwehr kompromisslos aus und bringt die Kölner in Führung. In der Folge entwickelt sich ein echtes Spitzenspiel, das anschließend einvernehmlich als das bis dahin beste Finale der Pokalgeschichte gewertet wird.

Besonders Franz Beckenbauer drückt der Partie seinen Stempel auf. So ist es auch der Kaiser höchstpersönlich, der in der 52.Spielminute den Ausgleich erzielt. “Der Franz riskiert jetzt viel mehr als früher. Wir haben uns schon daran gewöhnt, hinten öfter mal alleine zu sein”, bringen “Katsche” Schwarzenbeck die Offensiv Ausflüge seines Liberos nicht aus der Ruhe. Doch ab der 71.Minute müssen die Bayern nach einer Tatlichkeit von Koppenhöfer gegen Hannes Löhr und dem folgenden Platzverweis in Unterzahl gegen die Domstädter bestehen.

Aber auch mit zehn Mann haben die Bayern das bessere Ende für sich. Edgar Schneider, für “Bulle” Roth ins Spiel gekommen, erweist sich als echter Glücksgriff. Aus 20 Meter Entfernung drischt er zwei Minuten vor Ende der Verlängerung das Leder in den rechten Winkel des Kölner Tores. Der fünfte Bayernsieg im fünften Pokalfinale ist perfekt, während die mitgereisten 15.000 Bayern-Fans in einen Freudentaumel versetzt sind. Für Trainer Udo Lattek ist es der erste Titel. Es sollte nicht der letzte bleiben…

Erinnerungen aus dem Bayern Magazin


16. Nov. 2009

Der FC Bayern hatte in Deutschland Liga-Maßstäbe gesetzt. 25 Siege in 34 Bundesliga-Spielen (davon 16-mal zu Hause) und ein um 64 Tore positiveres Torverhältnis (93:29) in der Saison 1972/1973 sind noch heute gültige Bestmarken. Da verwundert es nicht, dass man nun endlich den “Pott”, den Europapokal der Landesmeister, nach München holen wollte.

Die Mannschaft war an sich personell bestens hierfür bestückt und so verstärkte man sich in der Sommerpause 1973 nur punktuell. Neben Stürmer Bernd Gersdorff, der noch während der Hinrunde wieder zurück nach Braunschweig ging, kam mit der damaligen Rekord-Ablösesumme Jupp Kapellmann als Allrounder vom 1.FC Köln.

Die Personalkosten waren hoch und so hetzte Präsident Neudecker die Truppe in der Vorbereitung und auch noch nach Saisonbeginn von einem Freundschaftsspiel zum nächsten. Bis zum Hinrunden-Spiel im Europapokal hatte man 31 Spiele in 65 Tagen absolviert, dabei auch 1859 München mit 3:0 geschlagen und auf dem Weg zu einem Tunier in Spanien Qualitäten gezeigt, die jedem Groundhopper die Ehre gereicht hätten: Auf dem Weg nach Bilbao musste das Flugzeug wegen Nebels in Saragossa landen. Am nächsten Tag wurden die restlichen 400 Kilometer bei sengender Hitze im Bus zurückgelegt. Erst 20 Minuten vor Anpfiff erreichte man das Stadion und fegte nebenbei Real Madrid 5:1 vom Platz.

Fortune gegen Fortuna: Nach holprigem Beginn in der Bundesliga, mit spät sichergestellten Siegen gegen Fortuna Düsseldorf und Liga-Neuling SC Fortuna Köln kam das Team 1973/1974 so richtig in Fahrt. Erster Hinrundenhöhepunkt war dabei ein 5:5 bei Schalke. Auch ein 3:0 oder 4:1 Vorsprung reichte den “Knappen” in der Glückaufkampfbahn nicht. Das 5:5 stellt bis heute das höchste Bundesliga-Unentschieden des FC Bayern dar. Gegen Atvidaberg FF begann die Expedition in Richtung Europas Thron. Es war ein müder Kick, denn mit diesem Spiel hatte der Kader bereits 31 Spieöe in 65 Tagen absolviert. Wenn auch durch ein Eigentor auf beiden Seiten, sah der Hinspiel-Erfolg mit 3:1 noch normal aus. Weniger normal war hingegen das Endresultat im Rückspiel, nämlich ebenfalls 3:1 – allerdings für den schwedischen Meister. Erst Hoeneß Treffer in der 73.Minute ermöglichte die Verlängerung und das schlussendlich erfolgreiche Elfmeterschießen. Besondere Gefallen fand Wilhelm Neudecker am zweifachen Torschützen Conny Torstensson. Nachdem er gegen Bayern nur rote Fussballschuhe trug, trug er bereits zur Rückrunde das rote Bayern-Trikot. Die schwedische Zeitung “Sydsvenska Dagbladet” schrieb: ” Ein spannenderes und dramatischeres Spiel hat es in ganz Skandinavien noch nicht gegeben.”

Gegen die immer noch weit verbreitete Meinung, dass Bayern nur unterkühlt erfolgreichen Fussball zeigte, sprach nicht nur das Spiel auf Schalke, sondern auch die Pleite am 12.Spieltag in der Pfalz. Eine verdiente 4:1 Halbzeitführung auf dem Betzenberg verlor man am Ende hin noch mit 7:4. Trainer des FCK: Erich Ribbeck. Das Spiel gilt heute noch als Sinnbild für erfolgreichen Kampfgeist und fester Bestandteil in der Vorberichterstattung heutiger Paarungen zwischen FCK und FCB.

Denkbar schlechte Voraussetzungen für die nächsten Aufgaben im Europapokal. Während die Münchner Tageszeitungen zunächst nur über Ajax oder Atletico Madrid als mögliche Gegner im Europapokal spekulieren, bescherte die Auslosung den DDR-Meister Dynamo Dresden. Was aber zunächst folgte, war eine Krisensitzung im Trainingslager in Rottach-Egern. Neudecker: “Wer glaubt, nicht die volle Leistung bringen zu können, soll die Hand heben. Er bekommt von mir die sofortige Freigabe.” Es hob aber niemand die Hand. Ende der Aussprache. Die Sachsen, und damit der erste deutsch-deutsche Vergleich im Europapokal überhaupt, konnten kommen.

Schon im Hinspiel, in München, tat man sich gegen die Elbstädter sehr schwer. In einem sportlichen, aber dennoch nicht minder politischen Vergleich lag man zur Pause doch tatsächlich 2:3 zurück. Erst in der 83.Minute erlöste Gerd Müller mit seinem Siegtreffer zum 4:3 die Bayern. Der sächsiche Dynamo-Trainer Walter Fritzsch erkläre nach dem Spiel doppeldeutig: ” Bei ihnen wird viel mit Geld gemacht, bei uns müssen die Trainer sehr viel reden. Wir haben eben ein anderes System.” Zur Enttäuschung der zahlreichen Bayern-Fans im Osten änderte man bei der Fahrt zum Rückspiel die Reisepläne und übernachtete trotz reservierter Hotelzimmer noch vor der Zonengrenze in Hof, um erst am Spieltag die Fahrt zum Rudolf-Harbig-Stadion fortzusetzen. Die Vereinsführung machte sich damit eine neue UEFA-Bestimmung zunutze, wonach die Gastmannschaft nun nicht mehr bereits am Vortag des Matches an Ort und Stelle zu sein hatte. Die Befürchtung vor Wanzen bei der Mannschaftsbesprechung und manipuliertem Essen führten zu dieser unpopulären Entscheidung. Wie man mittlerweile weiß, war zumindest die Furcht vor Wanzen nicht abwegig.

Obwohl Uli Hoeneß seinem Gegenspieler Eduard Geyer zweimal davonlief und beide Male einnetzte, konnte die Mannschaft die 2:0 Führung nicht halten und lag erneut mit 2:3 gegen die eine starke Dresdner Mannschaft zurück. Wiederum Müller sorgte schließlich mit seinem 3:3 Ausgleich für eine Überwinterung im Europapokal. Geschafft! Die Bundesliga Hinrunde endete mit einem mitreißenden Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, bei dem der FC Bayern dank eines spielstarken 4:3 Erfolges die Herbstmeisterschaft erringen konnte. Eingerahmt wurde dieser Erfolg von der 1. und 2.Runde im DFB-Pokal, bei dem man zuerst den MSV Duisburg zu Hause 3:1 und anschließend den SV Werder Bremen in Bremen 2:1 besiegen konnte.

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