Woher kommt das Geld beim FC Bayern?

Der Bayern München gilt als einer der gesündesten Vereine der Welt. Gründe dafür liegen einerseits in der langjährigen seriösen Geschäftsführung, andererseits aber auch in dem erheblichen Sponsorenaufgebot, das Jahr für Jahr viel Geld in den Verein investiert.

Fußballvereine sind abhängig von Sponsoren. Die Zuwendungen durch Unternehmen nehmen in den Bilanzen der Clubs eine wichtige Position auf der Ertragsseite ein, und bestimmen somit entscheidend die Höhe des Etats und damit auch die Möglichkeiten attraktive Spieler in den Verein zu holen. Bei Bayern München zeigte der Jahresabschluss für die Saison 2015/16, dass sie 169,8 Mio. Euro alleine durch Sponsoring und Vermarktung einnahmen, und somit mehr als durch Prämien, Fernsehgelder oder Merchandising. Doch wer genau investiert in den Verein und wie ist die Sponsoringstruktur des FC Bayern aufgebaut?

Hauptpartner und Anteilseigner

Die Sponsorenpyramide bei Bayern München umfasst vier Ebenen. Ganz oben stehen der Hauptpartner und die Anteilseigner. Seit mittlerweile knapp 14 Jahren steht die Deutsche Telekom als Hauptsponsor an der Spitze. Erst 2015 wurde der Vertrag bis 2023 verlängert und schießt den Münchnern geschätzte 35 Mio. Euro pro Jahr in die Geldschatulle. Anteilseigner sind die Adidas AG, die Allianz SE und die Audi AG. Diese drei Konzerne halten jeweils 8,33 Prozent an der FC Bayern München AG, wofür sie zwischen 9 Mio. und 13,2 Mio. Euro pro 1 Prozent des Anteils an den Verein überwiesen. Möglich macht das die Ausgliederung eines Teils der Fußballabteilung in eine AG im Jahre 2001, womit vor allem der Stadionneubau finanziert werden sollte.

Keine Interessenkonflikte im Sponsoringpool

Die weiteren Ebenen auf der Sponsorenpyramide hören auf klingende Namen wie „Platin Partner“, „Gold Partner“ und „Official Partner“. Doch nicht jeder wird in den Sponsoringpool aufgenommen, was der Vermeidung von Interessenskonflikten dienen sollte. So findet man unter den Partnern – wie im Sponsoring üblich – niemals zwei Unternehmen aus der selben Branche. Wenn ein potentieller Sponsor einer bereits besetzten Branche Partner von Bayern München werden möchte, muss zuerst der Vertrag des Konkurrenten auslaufen, bevor eine Ablöse erfolgen kann. Zuletzt geschehen ist dies vor der Saison 2015/16, als Sportwettenanbieter Tipico den langjährigen Bayern-Partner betandwin ablöste und seitdem neben Unternehmen wie Lufthansa und DHL einer von acht Platinsponsoren des Vereins darstellt.

Vielfalt bei den Partnern

Nicht zuletzt, aufgrund der Vermeidung von Sponsoren aus der gleichen Branche, hat der FC Bayern München eine breite Palette an Partnern. Unter den fünf „Gold Partnern“ befinden sich riesige Konzerne, wie Coca-Cola, MAN und Philips. Zudem gibt es 13 „Official Partner“, die sich über verschiedene Branchen erstrecken. Neben z.B. dem Riesenkonzern Siemens reihen sich von Luxusmarke Veuve Clicquot bis zum lokalen Radiosender Bayern 3 unterschiedlichste Unternehmen. Unter anderem diese Vielfalt sorgt dafür, dass Bayern München die höchsten Sponsoreneinnahmen im deutschen Fußball sein eigen nennen kann und so zu dem gesunden Verein geworden ist, der er heute ist.

Foto: Patrick Huebgen / Wikipedia (gemeinfrei)

Ein Gedanke zu „Woher kommt das Geld beim FC Bayern?

  • 26. Februar 2017 um 16:26
    Permalink

    Lieber BayernFanblock,

    vielen Dank für diesen Beitrag, den ich sehr interessiert gelesen habe! Ich stimme Dir absolut zu, dass der FC Bayern einer der gesündesten Fußballclubs der Welt ist.

    Ich würde gerne noch hinzufügen, dass die Bayern diese hohe Attraktivität für Sponsoring-Geber vor allem wegen der sportlichen Erfolge und der damit einhergehenden Reichweite haben. Jegliche Professionalität nützt nichts, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt.

    Zur Einordnung der Relevanz des Sponsorings, habe ich noch einen interessanten Vergleich:
    Der FC Bayern generierte 2015/16 ~27% der Umsätze über Sponsoring & Werbung. Für die gesamte Bundesliga machte diese Einnahme-Kategorie im selben Zeitraum „nur“ ~24% aus. Der FC Bayern somit wenig überraschend überdurchschnittlich.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Ralf

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