Der FC Bayern wandelt weiterhin in der Erfolgsspur – gegen den FSV Mainz 05 gab es am gestrigen Nachmittag ein klares 3:0, es war der siebte Bundesliga-Erfolg in Serie für die Roten. Wie allerdings schon beim 2:0-Heimsieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim und beim 3:2-Auswärtssieg beim SV Werder Bremen wurde ein Kantersieg durch zum Teil fahrlässig vergebene Chancen verpasst – auch die Mainzer hätten sich über 6 oder 7 Gegentore nicht beschweren können.
Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena waren die Bayern die gesamten 90 Minuten das drückend überlegene Team. In der 6. Minute hatte Ivica Olic die erste gute Möglichkeit zum 1:0, scheiterte aber mit einem Kopfball an einem (mit einer Ausnahme) wie schon im Hinspiel überragenden Heinz Müller im Mainzer Tor. Nur zwei Minuten später wurde Bastian Schweinsteiger im Strafraum gelegt, ein Pfiff des unglücklich pfeifenden Babak Rafati blieb aber aus – eine strittige Entscheidung. Zusätzlich hätte Rafati Aristide Bance kurze Zeit später nach einem brutalen Ellenbogenschlag gegen Martin Demichelis zwingend mit rot vom Platz schicken müssen (12.). Immer wieder war es in der Folge Arjen Robben, der mit unnachahmlichen Dribblings die Mainzer Abwehr schwindlig spielte. Aber entweder scheiterte Robben selber (17., 19.) oder die Abnehmer Olic (18., 22.) und Mario Gomez (19.) konnten die Gelegenheiten nicht nutzen. In Minute 30 dann die bis dato beste Bayern-Chance. Wieder war es Robben, der per Querpass Gomez in der Mitte bediente, dessen Schuss aber am Innenpfosten landete und wieder ins Feld sprang. Nur eine Minute später wurde Thomas Müller im Strafraum gelegt, diesmal entschied Rafati vollkommen zu Recht auf Elfmeter. Hans-Jörg Butt eilte nach vorne, scheiterte aber mit einem kläglichen Schuss flach im die Mitte an H. Müller. Danach waren die Bayern erstmal durch zwei Weitschüsse von Robben (34.) und Mark van Bommel (38.) gefährlich. In der 41. Minute hätte es erneut Elfmeter für die Bayern geben müssen, doch Rafati übersah ein glasklares Handspiel von Nikolce Noveski im Mainzer Strafraum. So ging es mit einem 0:0 in die Pause, ein angesichts des Spielverlauf unglaubliches Ergebnis. Die erste dicke Chance in Halbzeit zwei vergab T. Müller, dessen Schuss aus 14 Metern von Gomez per Hacke verlängert und kurz vor der Linie geklärt wurde – der Nachschuss T. Müllers wurde ebenso abgeblockt wie sein dritter Versuch, den H. Müller grandios parieren konnte (57.). In Minute 58 war es dann endlich soweit: nach einer Flanke von Robben war es einmal mehr Daniel van Buyten, der einen Kopfball aus 7 Metern zentral aufs Tor brachte, der H. Müller durch die Beine ins Mainzer Tor eierte – ein glückliches Tor. Kurz darauf wiederum Pech für die Bayern, als ein Schweinsteiger-Kopfball aus 11 Metern an der Latte landete (67.). In der 75. Minute brach erneut Robben auf der rechten Seite durch, sein Flachpass auf den vollkommen frei stehenden Gomez wurde von H. Müller zum wiederholten Male grandios abgefälscht. Nur Sekunden später kam Gomez aber zu seinem Tor. Philipp Lahm spielte sich auf der rechten Seite nach schöner Vorarbeit des eingewechselten Franck Ribéry durch, passte flach auf Gomez, der keine Probleme hatte, aus 11 Metern einzuschieben. Das Sahnestück dann in der 86. Minute, als Robben einen direkten Freistoss aus 20 Metern per Innenpfosten ins Mainzer Tor drosch – 3:0. Danach waren die Bayern weiter gefährlich, die letzten Chancen durch Robben jeweils nach Zusammenspiel mit Ribéry (88., 89.) und van Bommel (90.) blieben aber ungenutzt.
In der Tabelle bleiben die Bayern weiterhin auf Platz 2. Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen feierte einen nie gefährdeten 3:1-Erfolg gegen den SC Freiburg und Verfolger FC Schalke 05 kam zu einem glücklichen 2:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Im nächsten Bundesligaspiel müssen die Bayern am nächsten Samstag um 15.30 Uhr bei Meister VfL Wolfsburg antreten – kann die Form der letzten Wochen konserviert werden, sind auch in Wolfsburg drei Punkte ohne Wenn und Aber drin.
Es spielten: Butt – Lahm, Demichelis, van Buyten, Badstuber – Robben, van Bommel, Schweinsteiger, Müller – Gomez (76. Klose), Olic (58. Ribéry)
Mein Fazit: an den Traumfussball kann man sich gewöhnen – nur das mit der miserablen Chancenverwertung muss deutlich besser werden…
